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Child and the World: Child-Soldiers and the Claim for Progress
So undenkbar Kindersoldaten in einer verallgemeinerten Vorstellung von Kindheit auch sein mögen, sie sind keine Fantasiefiguren, sondern eine Konstante in fast allen bewaffneten Konflikten auf der Welt.
Die Beteiligung von Kindern an Kriegen kann die Vorstellung von Kindheit als einer „einmaligen Geschichte mit einem glücklichen und vorhersehbaren Ende“ in Frage stellen, indem sie die (natürliche) Vorstellung von einer behüteten und unschuldigen Kindheit stört und auch Angst, Unsicherheit, Abscheu, Entsetzen und Trauer hervorruft. Jana Tabak untersucht die Konstruktionen von Kindersoldaten als „Risikokinder“ und gleichzeitig als Risikokinder, indem sie die Perspektiven der Kindheitsforschung und der kritischen Ansätze der internationalen Beziehungen nutzt.
Genauer gesagt zielt Das Kind und die Welt darauf ab, sowohl die Grenzen zu problematisieren, die Kindersoldaten als notwendigerweise abweichend und pathologisch im Verhältnis zu „normalen“ Kindern artikulieren, als auch zu zeigen, wie diese spezifischen Grenzen an der (Re-)Produktion und Förderung einer bestimmten Version der internationalen politischen Ordnung beteiligt sind. In diesem Sinne liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit nicht auf der Untersuchung des Lebens und der Erfahrungen von Kindersoldaten an sich, sondern auf ihrer vermeintlichen Bedrohlichkeit, wenn sie das geschützte Territorium der Kindheit verlassen und den internationalen Alltag beunruhigen.