
Collective Memory and the Dutch East Indies: Unremembering Decolonization
Dieses Buch untersucht das Nachleben der Dekolonisierung im kollektiven Gedächtnis der Niederlande. Es bietet eine neue Perspektive auf die Kulturgeschichte der Darstellung der Dekolonisierung von Niederländisch-Ostindien und zeigt auf, wie ein umstrittenes kollektives Gedächtnis geformt wurde.
Mit einem transdisziplinären Ansatz und unter Anwendung verschiedener theoretischer Rahmen aus Literaturwissenschaft, Soziologie, Kulturanthropologie und Filmtheorie zeigt der Autor, wie vermittelte Erinnerungen zu einem Prozess des „Unerinnerns“ beitrugen. Er analysiert detailliert eine Vielzahl von Quellen, darunter Romane, Filme, Dokumentarfilme, Radiointerviews, Memoiren und historische Studien, um aufzuzeigen, wie fünf Jahrzehnte der Darstellung und Erinnerung an die Entkolonialisierung zu einer Unerinnerung führten, durch die einige Schlüsselbegriffe zum Schweigen gebracht oder ignoriert wurden.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Historiker bzw. die historische Zunft einen Großteil der Verantwortung für die Unerinnerung an die Entkolonialisierung im kollektiven Gedächtnis der Niederlande tragen.