Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 19 Stimmen.
The Ryukyu Kingdom: Cornerstone of East Asia
Diese englische Übersetzung eines Schlüsselwerks von Mamoru Akamine, einem der angesehensten Historiker Okinawas, vermittelt ein überzeugendes neues Bild von der Rolle des Ryukyu-Königreichs in der Geschichte Ostasiens. Die Insel Okinawa, von der die heutige japanische Präfektur ihren Namen ableitet, ist die größte der Ryukyu-Inseln, einer Inselgruppe, die sich zwischen Japan und Taiwan erstreckt.
Im vorliegenden Band beschreibt Akamine den Aufstieg des Ryukyu-Königreichs im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert, als es eine wichtige Rolle im ostasiatischen Handel und in der Diplomatie spielte. Damals war Ryukyu in der Tat der Eckpfeiler einer pulsierenden ostasiatischen Handelssphäre, deren Zentrum das China der Ming-Zeit war und die das, was wir heute Japan, Korea und China nennen, mit Südostasien verband. Aufgrund seiner historischen und kulturellen Verbindungen sowohl zu Japan als auch zu China vermittelte Ryukyu auch diplomatisch zwischen den beiden Nationen, deren Führer sich meist weigerten, direkt miteinander zu verhandeln.
Doch schließlich wurde das Königreich ein Opfer seines eigenen Erfolgs.
Die politischen Entwicklungen in China und Japan ab dem 16. Jahrhundert brachten große Veränderungen in der Region mit sich, und 1609 wurde Ryukyu von Satsuma, Japans südlichster Domäne, überfallen.
Die geopolitische Rivalität zwischen China und Japan sollte sich im Laufe der Zeit auch auf Ryukyu selbst auswirken, da eine Fraktion bestrebt war, die Beziehungen zu China aufrechtzuerhalten, während eine andere die Vereinigung mit dem sich rasch modernisierenden Japan unterstützte. Akamines Herangehensweise an die Geschichte Ryukyus zeichnet sich durch die fachkundige Verwendung chinesischer und koreanischer Quellen aus, die es ihm ermöglichen, die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Dies trägt zu einer umfassenden, weitreichenden Erzählung bei, die ein Ostasien offenbart, das aus vielen sich verändernden und miteinander verknüpften Teilen besteht - nicht nur aus Nationalstaaten, die ihre eigenen Interessen verfolgen.
Akamines Fähigkeit, vor allem chinesische Texte zu lesen, fördert aufschlussreiche Details zutage, die die historische Aufzeichnung erheblich bereichern. Seine akribische Beschreibung einer der Tributmissionen von Ryukyu nach China oder der Rolle des Feng Shui bei der Gestaltung der Burg Shuri, dem königlichen und administrativen Zentrum des Königreichs, ist detailliert, ohne pedantisch zu sein. Das Ergebnis ist ein umfassenderes, fundierteres Verständnis der Bedeutung Ryukyus in der Region und der Komplexität seiner Beziehungen zu seinen Nachbarn.