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Women's Lives in Colonial Quito: Gender, Law, and Economy in Spanish America
Was bedeutete es, im kolonialen Spanischamerika eine Frau zu sein? Angesichts der vielen Fortschritte bei den Frauenrechten seit dem 19.
Jahrhundert könnte man annehmen, dass Frauen in der Kolonialzeit nur wenige Rechte hatten und der männlichen Autorität in der Familie und in der Gesellschaft völlig untergeordnet waren - aber das wäre falsch. In dieser provokativen Studie untergräbt Kimberly Gauderman das lange Zeit akzeptierte patriarchalische Modell der kolonialen Gesellschaft, indem sie die aktive Beteiligung indigener, mestizischer und spanischer Frauen aller sozialen Schichten an vielen Aspekten des zivilen Lebens im Quito des 17.
Gauderman stützt sich auf Aufzeichnungen von Straf- und Zivilverfahren, Notariatsakten und Stadtratsprotokollen, um aufzuzeigen, wie Frauen rechtliche und außerrechtliche Mittel einsetzten, um persönliche und wirtschaftliche Ziele zu erreichen; wie sie oft erfolgreich versuchten, sich gegen körperliche Gewalt, Ehebruch, fehlende finanzielle Unterstützung und gebrochene Heiratsversprechen von Männern zur Wehr zu setzen; wie Frauen die Kontrolle über Eigentum ausübten und wie sie an der lokalen, überregionalen und internationalen Wirtschaft teilnahmen. Diese Untersuchung zeigt deutlich, dass die Autorität in der kolonialen Gesellschaft weniger hierarchisch und stärker dezentralisiert war, als das patriarchalische Modell vermuten lässt, was den Frauen eine erhebliche Kontrolle über die wirtschaftlichen und sozialen Ressourcen ermöglichte.