Bewertung:

Das Buch ist eine aussagekräftige Anthologie mit verschiedenen Texten und Kunstwerken von Sexarbeiterinnen, in denen rohe Emotionen und unterschiedliche Erfahrungen in der Sexarbeitsbranche zum Ausdruck kommen. Es regt zum Nachdenken an und erweitert das Verständnis des Lesers, was eine Sexarbeiterin ausmacht. Obwohl es hauptsächlich aus Gedichten besteht, hätten sich einige Leser mehr Kunstwerke gewünscht. Insgesamt wird das Buch für seinen eindringlichen Inhalt gelobt, auch wenn es ein paar weniger beeindruckende Stücke gibt.
Vorteile:⬤ Vielfältige und kraftvolle Geschichten und Gedichte.
⬤ Erweitert das Verständnis von Sexarbeit über die üblichen Vorstellungen hinaus.
⬤ Einige herausragende Stücke, die roh, emotional und gut geschrieben sind.
⬤ Gelungene Anthologie ohne echte „Blindgänger“.
⬤ Hauptsächlich Gedichte, die vielleicht nicht alle Leser ansprechen.
⬤ Begrenzte Anzahl von Kunstwerken/Fotografien, wobei einige Stücke als zu offensichtlich empfunden werden.
⬤ Schwankungen in der Qualität der Stücke, aber nichts ist durchweg schlecht.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
A Whore's Manifesto: An Anthology of Writing and Artwork by Sex Workers
Sexarbeit galt einst als ein Gräuel für die Frauenbefreiung. Heute stehen wir für die Hartnäckigkeit der Frauen im Kampf gegen das Patriarchat und den Kapitalismus - zumindest die weißen, heterosexuellen, gleichgeschlechtlichen, körperlich gesunden Sexarbeiterinnen, die keinen tatsächlichen Sex mit Kunden haben.
Das sind die Arbeiterinnen, die in den Hochglanzmedien vorgestellt und als feministische Ikonen angepriesen werden. Aber der rote Schirm ist weit und umfasst so viele: Escorts, Sugar Babies, Stripperinnen, Session Wrestlerinnen, Cam-Performerinnen, Fetisch-Models, queere DIY-Pornostars und die ganze Bandbreite von Geschlecht, Rasse und Fähigkeiten. Unsere Arbeit und unsere Identitäten sind so vielfältig und unterschiedlich wie das Spektrum der Sexualität selbst.
Wir machen die Arbeit.
Auf der Straße, in den Clubs, in Hotelzimmern und in Partykellern. Wir lassen Träume wahr werden, damit wir uns einen Platz zum Schlafen leisten können.
Wir machen Geschäfte auf einem Markt, den Politiker und Polizisten ständig für unsere "eigene Sicherheit und Würde" niederbrennen. Wir haben hohe Absätze und größere Ängste. Dies ist keine Sammlung von rührseligen Geschichten von Huren mit gebrochenem Herzen.
Dies ist ein Zeugnis des Lebens am Nullpunkt des sexuellen Diskurses, die Lieder von Kanarienvögeln in den Kohleminen von Sex, Gender, Klasse, Rasse und Behinderung. Wir mögen zwar auf dem Tisch tanzen, aber wir fordern trotzdem unseren Platz an ihm. Sexarbeiterinnen der Welt vereinigt euch.
Dies ist das Manifest einer Hure.