
Narrating Martyrdom: Rewriting Late-Antique Virgin Martyrs in Byzantium
In diesem Buch wird die Neuschreibung der byzantinischen Hagiographie zwischen dem achten und vierzehnten Jahrhundert als eine geschickte Initiative der Kommunikation und der kreativen Freiheit sowie als eine Form der Autorenschaft neu begriffen. Drei Männer - Makarios (Ende des 13.
bis 14. Jahrhunderts), ein Mönch. Konstantin Akropolites (gest.
ca.
1324), ein Staatsmann und ein anonymer gebildeter Wortschmied (ca. 9.
Jh.) - entschieden sich jeweils dafür, das Martyrium einer weiblichen jungfräulichen Heiligen, die Jahrhunderte zuvor gelitten hatte und gestorben war, neu zu schreiben. Ihre Bearbeitungen betrafen die Heilige Ia aus Persien (dem heutigen Iran), die Heilige Horaiozele aus Konstantinopel und die Heilige Tatjana aus Rom. Ia wird als Opfer der Verfolgungen des persischen Schahs Shapur II.
(309-79 n. Chr.) beschrieben, Horaiozele war angeblich ein Schüler des heiligen Andreas und wurde anachronistisch unter Kaiser Decius (249-51 n. Chr.) getötet, und Tatiana, so heißt es, war eine Diakonisse, die während der Herrschaft von Kaiser Alexander Severus (222-35 n.
Chr.) gemartert wurde. Makarios, Akropolites und die Anonymen haben ihre Kompositionen bewusst auf die Beeinflussung eines Publikums und die Förderung ihrer eigenen Interessen zugeschnitten.
Die sich aus diesen Studien ergebenden Implikationen sind weitreichend: Diese Monographie befasst sich mit der Handlungsfähigkeit des Hagiographen, dem instrumentellen Einsatz der Autorenpersönlichkeit und ihrer Wirkung auf das Publikum sowie der Hagiographie als vielschichtigem Diskurs. Das Buch bietet auch die ersten Übersetzungen und Kommentare zu den Martyrien dieser jungfräulichen Märtyrerinnen.