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The Mineral and the Visual: Precious Stones in Medieval Secular Culture
Opulente Schmuckobjekte gehörten im europäischen Mittelalter zu den am höchsten geschätzten Kunstwerken. Zugleich regten Edelsteine zu anspruchsvollen Reflexionen über die Macht der Natur und die Erfahrung mineralisierter Wesen an. Wie lässt sich die Allgegenwärtigkeit von Edelsteinen im mittelalterlichen Denken erklären, abgesehen von einem visuellen Regime, das der brillanten Materialität einen hohen Stellenwert einräumte?
In The Mineral and the Visual (Das Mineral und das Visuelle) untersucht die Kunsthistorikerin Brigitte Buettner die soziale Rolle, die kulturellen Bedeutungen und die aktive Rolle von Edelsteinen in der säkularen Kunst des Mittelalters. Buettner untersucht die vielschichtigen Rollen, die Edelsteine in ästhetischen, ideologischen, intellektuellen und wirtschaftlichen Praktiken spielten, und konzentriert sich dabei auf drei bedeutende Kunstkategorien: die juwelenbesetzte Krone, das bildliche Lapidarium und den illustrierten Reisebericht. Der globale Edelsteinhandel brachte begehrte Juwelen aus Indien in die Goldschmiedewerkstätten in Paris, in die modischen Körper in London und in die Kronen der Könige in ganz Europa, und Buettner zeigt, dass Europas buchstäbliche und metaphorische Bereicherung auf dem Import von Edelsteinen und Ideen aus Byzanz, der islamischen Welt, Persien und Indien beruhte.
Das Mineral und das Visuelle ist ein originelles, transhistorisches und interdisziplinäres Werk, das sich mit wichtigen methodischen Fragen über die Arbeit der Kultur in ihrer materiellen Dimension befasst. Es ist besonders nützlich für Wissenschaftler und Studenten, die sich für mittelalterliche Kunstgeschichte, materielle Kultur und mittelalterliche Geschichte interessieren.