
The Modern Legislative Veto: Macropolitical Conflict and the Legacy of Chadha
In The Modern Legislative Veto untersucht Michael J. Berry anhand eines multimethodischen Forschungsdesigns mit quantitativen und qualitativen Analysen die Art und Weise, wie der Kongress in den letzten 80 Jahren das legislative Veto eingesetzt hat. Dieses parlamentarische Manöver, das der Exekutive Befugnisse überträgt, der Legislative aber ein gewisses Maß an Kontrolle über die Umsetzung des Gesetzes einräumt, wirft beunruhigende Fragen über das Grundprinzip der Gewaltenteilung auf.
Berry argumentiert, dass der Kongress, seit der Oberste Gerichtshof der USA in der Rechtssache Immigration and Naturalization Service (INS) v. Chadha (1983) das Vetorecht des Gesetzgebers für verfassungswidrig erklärt hat, seinen Gebrauch des Vetorechts strategisch modifiziert hat, um den Bewilligungsausschüssen mehr Macht zu geben. Anhand eines Originaldatensatzes von Veto-Erlassen stellt Berry fest, dass der Kongress seit Chadha verstärkt von diesem Kontrollmechanismus Gebrauch gemacht hat, insbesondere bei verteidigungs- und außenpolitischen Themen. Sowohl demokratische als auch republikanische Präsidenten haben sich gewehrt, indem sie Vetos gegen Gesetze einlegten, die Vetos der Legislative enthielten, und indem sie immer häufiger Unterschriftenerklärungen abgaben, um die Verfassungsmäßigkeit des Vetos der Legislative anzufechten. Eine ergänzende Analyse der Nutzung des legislativen Vetos auf der Ebene der Bundesstaaten zeigt, dass die Legislative zwar unterschiedliche Aufsichtsbefugnisse hat, aber ähnliche Kämpfe zwischen der Legislative und der Exekutive ausgetragen werden.
Dieser anhaltende Kampf um das Veto der Legislative weist auf umfassendere Bemühungen der Legislative und der Exekutive hin, die Politik zu kontrollieren, Bemühungen, bei denen ständig verhandelt wird, wie die durch die Verfassung geschaffene demokratische Republik in der Praxis tatsächlich funktioniert.