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The Monopoly of Man
Ein Schlüsseltext einer führenden Persönlichkeit des italienischen sozialistischen Feminismus, der auch heute noch relevant ist und die Ausbeutung von Frauen am Arbeitsplatz und zu Hause thematisiert.
Anna Kuliscioff (ca. 1854-1925) war eine prominente Figur in der revolutionären Politik ihrer Zeit und setzte sich für Sozialismus und Feminismus ein. Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Sozialistischen Partei Italiens und trug aktiv zur Blütezeit der Sozialistischen Internationale und zur Entstehung des italienischen Sozialismus im späten 19. In den letzten Jahrzehnten ihres Lebens drehte sich Kuliscioffs öffentliches Engagement um die „Frauenfrage“. Sie betrachtete den Feminismus durch die Brille des Klassenkampfes und thematisierte die doppelte Ausbeutung der Frauen - am Arbeitsplatz und zu Hause. Kuliscioff führte einen doppelten Kampf: Als Sozialistin entlarvte sie den Sexismus ihrer Kollegen; als Feministin kritisierte sie den liberal-bürgerlichen Feminismus. In diesem Schlüsseltext legt sie ihre Argumente für einen sozialistischen Feminismus dar.
Der Vortrag, den Kuliscioff im April 1890 auf einer Tagung des Mailänder Philologenkreises (der Frauen die Mitgliedschaft verweigerte) hielt, stellt eine ausdrückliche Verbindung zwischen Feminismus und Arbeit her. Kuliscioff argumentiert, dass Arbeit die Frauen aus dem Gefängnis des Haushalts befreit und ihre Emanzipation fördern kann; sie vertritt den Grundsatz des gleichen Lohns für gleiche Arbeit. Sie erklärt, dass die Frau sowohl von ihrem Mann als auch vom Kapital versklavt wird, bezeichnet die Ehe als eine Form der Knechtschaft der Frau und fordert, dass die Mutterschaft als Arbeit besser gewürdigt wird. Nur wenn die Frau wirtschaftlich unabhängig ist und sich gegen den Kapitalismus wehrt, so argumentiert sie, wird sie Freiheit, Würde und die Achtung des Mannes erlangen.