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The Neo-Assyrian Empire in the Southwest: Imperial Domination and Its Consequences
Das neuassyrische Reich - das erste Großreich der antiken Welt - hat seit den spektakulären Entdeckungen seiner beeindruckenden Überreste im 19. Jahrhundert große öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Der südwestliche Teil dieses Reiches, der in den Ländern der Bibel liegt, ist archäologisch gesehen die am besten bekannte Region der Welt, und seine Geschichte wird in einer Fülle von Texten beschrieben, unter anderem in der hebräischen Bibel.
Mit einem Bottom-up-Ansatz nutzt Avraham Faust diese einzigartigen Informationen, um die Ergebnisse der assyrischen Eroberung der Region und ihre Auswirkungen auf die verschiedenen politischen Einheiten und ökologischen Zonen, die sie umfassten, zu rekonstruieren. Dabei lenkt er die Aufmerksamkeit auf die Veränderungen, die die kaiserliche Eroberung mit sich brachte. Seine Analyse zeigt die Marginalität der annektierten Gebiete im Südwesten, da das Imperium seine Aktivitäten auf kleine Grenzgebiete konzentrierte, die seinen prosperierenden Kunden gegenüberstanden. Ein Vergleich dieses überraschenden Bildes mit den verfügbaren Informationen aus anderen Teilen des Reiches legt nahe, dass die Entfernung dieser Provinzen vom kaiserlichen Kern für ihr Schicksal verantwortlich ist. Dies wirft ein neues Licht auf die Faktoren, die die kaiserliche Expansion beeinflussten, auf die Überlegungen, die zur Annexion führten, und auf die kaiserlichen Kontrollmethoden und stellt alte Konventionen über die Entwicklung des assyrischen Reiches und seiner Herrschaft in Frage.
Faust untersucht das assyrische Reich auch im breiteren Kontext des altorientalischen Imperialismus, um größere Fragen über das Wesen der assyrischen Herrschaft, die Gründe für ihre harte Behandlung der entfernten Provinzen und die Faktoren, die die Grenzen ihrer Reichweite beeinflussten, zu beantworten. Seine Ergebnisse verdeutlichen die historische Entwicklung der imperialen Kontrolle in der Antike und die Art und Weise, wie spätere Reiche ähnliche Beschränkungen überwinden konnten und so den Weg zu viel größeren und langlebigeren Gemeinwesen ebneten.