
Ottoman Eurasia in Early Modern German Literature: Cultural Translations (Francisci, Happel, Speer)
Selbst ein flüchtiger Blick auf die europäische Druckproduktion des siebzehnten Jahrhunderts macht deutlich, dass die Türken in aller Munde waren. Die Konfrontation Europas mit dem Osmanischen Reich und die Interaktion mit ihm angesichts der scheinbar unaufhaltsamen osmanischen Expansion spornte die Nachrichtenübermittlung und die literarische Produktion in zahlreichen Genres an, von Romanen und Predigten bis hin zu Kalendern und künstlerischen Darstellungen.
Die transeuropäische Konversation, die durch diese Medien angeregt wurde, vor allem durch die regelmäßig gelieferten Nachrichten, hielt nicht nur die Öffentlichkeit auf dem Laufenden, sondern bildete auch die Grundlage für literarische Konversationen zwischen vielen Schriftstellern des 17: Daniel Speer (1636-1707), Eberhard Werner Happel (1647-1690) und Erasmus Francisci (1626-1694). Die Ausdehnung des Osmanischen Reiches im 16. und 17.
Jahrhundert bietet die Möglichkeit, die Texte dieser Autoren im europäischen Kontext und aus einer enger gefassten osmanisch-eurasischen Perspektive zu betrachten. Das osmanische Eurasien in der deutschen Literatur der frühen Neuzeit: Cultural Translations (Francisci, Happel, Speer) erforscht die Vielfalt der kulturellen und kommerziellen Gespräche zwischen Europa und dem osmanischen Eurasien, als sie ihre konkurrierenden wirtschaftlichen und hegemonialen Interessen verhandelten.
Diese Gespräche, die durch Reisen, Handel, Diplomatie und Kriege zustande kamen, waren per definitionem "kulturübergreifend" und vielfältig. Sie untergruben den Antagonismus von "wir und sie", die Vorstellung vom europäischen Zentrum und der osmanischen Peripherie, die historisch die Sicht auf die europäisch-osmanischen Interaktionen geprägt hat.