
The Oxford Handbook of Politics in Muslim Societies
Muslimische Gesellschaften werden in der sozialwissenschaftlichen Forschung zum Thema Religion und Politik weitgehend ausgeklammert, obwohl in der wissenschaftlichen Literatur häufig davon ausgegangen wird, dass die Religion einen enormen Einfluss auf die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Ergebnisse in überwiegend muslimischen Ländern hat. In diesem Band werden reale Ereignisse und neu verfügbare Daten genutzt, um die Untersuchung der Politik in muslimischen Gesellschaften besser in die gängigen vergleichenden Analyserahmen zu integrieren.
Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit Theorien zu zentralen Themen der Politikwissenschaft auf muslimische Gesellschaften anwendbar sind. Ziel ist es, zu hinterfragen, ob und inwiefern sich der Islam und die Muslime von anderen Religionen und Religionsgemeinschaften unterscheiden, anstatt dies vorauszusetzen. In 40 Kapiteln von führenden Spezialisten untersucht das Oxford Handbook of Politics in Muslim Societies ein breites Spektrum an Themen zu Regimen und Regimewechsel, Wahlpolitik, politischen Einstellungen und Verhalten jenseits des Wahlverhaltens, sozialer Mobilisierung, Wirtschaftsleistung und Entwicklungsergebnissen sowie sozialer Wohlfahrt und Regierungsführung.
Das Handbuch verlagert den Schwerpunkt weg von der arabischen Welt als Barometer für die Politik in der muslimischen Welt und erkennt an, dass sich die islamische Welt über mehrere Regionen erstreckt, darunter Afrika, Südostasien, Südasien und Zentralasien. Diese erweiterte Geographie ermöglicht eine gründliche Untersuchung, welche Beziehungen, wenn überhaupt, zwischen den Staaten mit muslimischer Mehrheit in den verschiedenen Regionen der Welt bestehen.