Bewertung:

Das Buch „The Passing Game“ von Warren Hoffman ist eine durchdachte und gut recherchierte Studie über die Überschneidung von schwuler, jüdischer und amerikanischer Identität aus historischer Sicht. Es untersucht die bedeutenden Beiträge der schwul-jüdischen Kultur zur amerikanischen Literatur und Kunst anhand von Beispielen bemerkenswerter Werke und Persönlichkeiten.
Vorteile:Das Buch ist hervorragend geschrieben und durch und durch fesselnd und verbindet analytische Fähigkeiten mit historischen und kulturellen Einsichten. Die Untersuchung spezifischer Theaterstücke und Literatur durch den Autor bietet eine faszinierende Perspektive auf die Entwicklung der schwul-jüdischen Identität und ihren Einfluss auf die amerikanische Kultur. Die Leser schätzen die Breite der behandelten Themen und die Tiefe der Analyse.
Nachteile:Einige Leser mögen das Thema zunächst weniger ansprechend finden oder denken, es könnte langweilig sein, aber diese Bedenken werden durch die fesselnde Darstellung des Themas oft zerstreut.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
The Passing Game: Queering Jewish American Culture
Tony Kushners preisgekröntes episches Stück Angels in America war nicht nur wegen seiner sensiblen Auseinandersetzung mit der jüdisch-amerikanischen und schwulen Kultur bemerkenswert, sondern auch, weil es diese Themen einem Mainstream-Publikum nahebrachte.
Obwohl das Stück einen Wendepunkt im amerikanischen Theater und in der amerikanischen Kultur darstellt, verweist es auf eine hundertjährige Beschäftigung mit der jüdischen Identität in der amerikanischen Literatur, im Drama und im Film des 20. Jahrhunderts.
In The Passing Game beleuchtet Warren Hoffman diese lange Geschichte, indem er sowohl jiddische als auch englische Erzählungen aufgreift, die die Spannungen zwischen jüdischer Identität, queerer Sexualität, Performance und amerikanischer Staatsbürgerschaft untersuchen. Mit frischem Blick untersucht Hoffman das jiddische Stück God of Vengeance von Sholem Asch aus dem Jahr 1907, die Cross-Dressing-Filme der jiddischen Schauspielerin Molly Picon und mehrere Kurzgeschichten von Isaac Bashevis Singer. Er analysiert auch die englischsprachigen Romane The Rise of David Levinsky (Abraham Cahan), Wasteland (Jo Sinclair) und Portnoy's Complaint (Phillip Roth).
Hoffman beleuchtet die Art und Weise, wie die Figuren in diesen kanonischen Texten zu Beginn und in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts versuchen, als weiß, heterosexuell und amerikanisch zu "bestehen". Diese Pionierarbeit ist ein willkommener Beitrag zum Studium der jüdisch-amerikanischen Literatur und Kultur.