
The Problem of Justice: Tradition and Law in the Coast Salish World
Für die indigenen Völker Nordamerikas bedeutete die Geschichte des Kolonialismus oft eine Verzerrung der Geschichte, in einigen Fällen sogar den Verlust oder die Verzerrung ihrer eigenen einheimischen Gerechtigkeitspraktiken. Wie zeitgenössische indigene Gemeinschaften mit diesem Dilemma umgegangen sind, ist das Thema von The Problem of Justice, einer reich strukturierten ethnografischen Studie über indigene Völker, die angesichts widersprüchlicher äußerer und innerer Zwänge darum kämpfen, die Kontrolle über das Recht wiederzuerlangen.
Die in diesem Buch behandelten Völker sind die Coast Salish-Gemeinschaften an der Nordwestküste Nordamerikas: der Upper Skagit Indian Tribe im Bundesstaat Washington, die St. Lo Nation in British Columbia und der South Island Tribal Council auf Vancouver Island. Hier sehen wir, wie jede dieser Gemeinschaften trotz ihres gemeinsamen Erbes und ihrer engen Verbindungen einen anderen Weg zum Verständnis und zur Einrichtung eines Systems der Stammesjustiz eingeschlagen hat.
Bruce G. Miller beschreibt die Ergebnisse - von der stetig wachsenden Unabhängigkeit und Zuständigkeit des Upper Skagit Court bis hin zum Zusammenbruch des South Island Justice Project - und entwickelt ein ethnographisch fundiertes, vergleichendes und historisch fundiertes Verständnis der Rechtsprechung der Ureinwohner und der besonderen Dilemmata, denen sich Stammesführer und Gemeindemitglieder gegenübersehen.
Seine Arbeit ist ein überzeugendes Plädoyer für eine indigene Souveränität in Verbindung mit stammesgesteuerten Justizprogrammen, die die Vielfalt anerkennen und gleichzeitig einen internen Dissens zulassen. Bruce G.
Miller ist außerordentlicher Professor in der Abteilung für Anthropologie und Soziologie an der Universität von British Columbia.