Bewertung:

Das Buch „The Red Web“ von Andrei Soldatov und Irina Borogan liefert eine fesselnde Geschichte der staatlichen Überwachung in Russland, die sich insbesondere auf die Entwicklung des Internets und die staatliche Kontrolle darüber konzentriert. Es bietet Einblicke in das Zusammenspiel von Politik, Technologie und Bürgerrechten unter dem Putin-Regime, auch wenn einige Kritiken Probleme mit der Dichte und unnötigen Details anmerken.
Vorteile:⬤ Bietet eine prägnante und gut recherchierte Geschichte der Überwachung in Russland und der Entwicklung des Internets.
⬤ Bietet wertvolle Einblicke in die Beziehung zwischen Technologie, Bürgerrechten und Regierungsführung.
⬤ Fesselnde Erzählung, die komplexe Themen zugänglich und informativ macht.
⬤ Wirft kritische Fragen zu staatlicher Kontrolle und Überwachung auf.
⬤ Empfehlenswert für das Verständnis aktueller Themen im Zusammenhang mit Russland und dem Putin-Regime.
⬤ Einige Leser fanden das Buch aufgrund der vielen historischen Details dicht und schwer zu lesen.
⬤ Der übermäßige Rückgriff auf Danksagungen und überflüssige Details verwässert den Hauptinhalt.
⬤ Es fehlen ausreichende technische Details über spezifische Überwachungsmaßnahmen oder -technologien.
⬤ Einige Meinungen drücken eine politische Voreingenommenheit in der Darstellung der Autoren aus.
⬤ Die Schwierigkeit, den Überblick über die zahlreichen russischen Namen zu behalten, kann eine Ablenkung sein.
(basierend auf 36 Leserbewertungen)
The Red Web: The Kremlin's Wars on the Internet
A Library Journal Best Book of 2015
Ein NPR Great Read of 2015
Das Internet ist in Russland entweder das effizienteste totalitäre Werkzeug oder das Mittel, mit dem der Totalitarismus gestürzt werden wird. Vielleicht beides.
Im achten Stock eines gewöhnlich aussehenden Gebäudes in einem Wohnviertel im Südwesten Moskaus steht in einem Raum des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) ein Kasten von der Größe eines VHS-Players mit der Aufschrift SORM. SORM, die Frontlinie der russischen Regierung im Kampf um die Zukunft des Internets, ist das aufdringlichste Abhörgerät der Welt und überwacht E-Mails, Internetnutzung, Skype und alle sozialen Netzwerke.
Doch für jeden Hacker, der vom FSB beauftragt wird, Russlands Gegner im Ausland zu stören - wie etwa diejenigen, die mit einem massiven Denial-of-Service-Angriff das gesamte Internet im benachbarten Estland lahmgelegt haben - gibt es einen Radikalen oder einen Opportunisten, der das Internet nutzt, um die Macht des Staates im eigenen Land zu untergraben.
Auf der Grundlage zahlreicher Interviews, die sie persönlich mit zahlreichen prominenten Beamten des Kommunikationsministeriums und internetaffinen Aktivisten, die den Staat herausfordern, geführt haben, zeichnen Andrei Soldatov und Irina Borogan die Geschichte der modernen Überwachungssysteme in Russland nach. Von den Forschungslabors in den Arbeitslagern der Sowjetzeit über die Legalisierung der staatlichen Überwachung der gesamten Telefon- und Internetkommunikation in den 1990er Jahren bis hin zur Gegenwart zeigt ihre prägnante und alarmierende Untersuchung des massiven Online-Überwachungsstaates des Kremls, wie leicht ein freier globaler Austausch zu einem Instrument der Unterdrückung und geopolitischen Kriegsführung gemacht werden kann. Dissidenten, Oligarchen und einige der gefährlichsten Hacker der Welt prallen in der einzigartigen russischen virtuellen Welt des Red Web aufeinander.