Bewertung:

Das Buch bietet eine Diskussion über den Übergang vom Traditionalismus zur Moderne mit einer Vielzahl von Einsichten und Ansätzen. Während einige Leser es als erhellend empfanden und die Erforschung der Künste in diesem Kontext schätzten, kritisierten andere das Buch als zu technisch, verworren in seinen Argumenten und ohne Originalität.
Vorteile:Es behandelt interessante Themen zum Übergang vom Traditionalismus zur Moderne, enthält gute Beispiele aus verschiedenen Künsten und weckt das Interesse an den Ideen des späten zwanzigsten Jahrhunderts.
Nachteile:Jahrhunderts. Einige Teile sind zu technisch und schwer verständlich, insbesondere in Bezug auf die Poesie. Es gibt Probleme mit der Formatierung in der Kindle-Ausgabe, verworrenes Denken und unklare historische Bezüge, und das Buch wird von einigen als Mangel an neuen Erkenntnissen und voll von irrelevanten Beispielen angesehen.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
The Mental Life of Modernism: Why Poetry, Painting, and Music Changed at the Turn of the Twentieth Century
Ein Argument, dass die Moderne eher ein kognitives als ein kulturelles Phänomen ist.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erlebten Poesie, Musik und Malerei einen grundlegenden Wandel. Die Poesie gab Reim und Metrum auf, die Musik hörte auf, tonal zentriert zu sein, und die Malerei strebte nicht mehr nach getreuer Darstellung. Diese künstlerischen Entwicklungen wurden auf kulturelle Faktoren zurückgeführt, die von der industriellen Revolution über die technische Innovation der Fotografie bis zur Freudschen Psychoanalyse reichen. In diesem Buch vertritt Samuel Jay Keyser die Ansicht, dass die stilistischen Neuerungen der westlichen Moderne nicht auf einen kulturellen, sondern auf einen kognitiven Wandel zurückzuführen sind. Hinter der Moderne steht dasselbe kognitive Phänomen, das zur wissenschaftlichen Revolution des siebzehnten Jahrhunderts führte: das Gehirn stößt an seine natürlichen Grenzen.
Keyser argumentiert, dass der Wandel in Poesie, Musik und Malerei (den so genannten Schwesterkünsten) das Ergebnis der Abkehr von einer natürlichen Ästhetik ist, die auf einer Reihe von Regeln beruht, die zwischen Künstler und Publikum geteilt werden, und dass dies praktisch der gleiche kognitive Wandel ist, der stattfand, als die Wissenschaftler die mechanische Philosophie der Galileischen Revolution aufgaben. Die kulturellen Erklärungen für die Moderne mögen zwar immer noch relevant sein, aber sie sind eher epiphänomenal als kausal. Die Künstler hatten das Gefühl, dass die traditionellen Kunstformen ausgereizt waren, und sie begannen, auf private Formate zurückzugreifen - Ostereier mit versteckter und oft unzugänglicher Bedeutung. Keyser schlägt vor, dass die Abkehr der Künstler von ihrer natürlichen, von Regeln geprägten Ästhetik einen kognitiven Wandel markierte; die allgemeine Intelligenz trat an die Stelle der fest verdrahteten Neigung. Die Künstler nutzten einen anderen Teil des Gehirns, um zu schaffen, und das Publikum war gezwungen, mitzuhalten.