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Monstrous and the Vulnerable - Framing British Jihadi Brides
Im Juni 2014 rief Abu Bakr al-Baghdadi den Islamischen Staat im Irak und in Syrien aus und forderte Muslime auf der ganzen Welt auf, dorthin auszuwandern. In den folgenden fünf Jahren verließen rund 150 Frauen das Vereinigte Königreich, um dieser Aufforderung nachzukommen, und die sogenannten „Dschihad-Bräute“ kamen kaum aus den Nachrichten.
Dieses Buch zeichnet die Faszination der Medien für diejenigen nach, die sich dem „Kalifat“ angeschlossen haben, darunter Sally Jones, Aqsa Mahmood und Shamima Begum. Durch eine Analyse der Medien, die die „Bräute“ für den öffentlichen Konsum präsentierten, deckt Leonie B. Jackson die geschlechtsspezifische dualistische Konstruktion der IS-Frauen als entweder monströs oder verletzlich auf.
So wie die monströse Frau als unrettbar böse dargestellt wurde, wurde das verletzliche Mädchen als gepflegt und naiv dargestellt. Beide Subjekte wurden so konstruiert, dass die Beteiligung von Frauen am Dschihadismus von der der Männer abgekoppelt, genauer unter die Lupe genommen und durch Geschlechterstereotypen erklärt wurde, die sowohl die Handlungsfähigkeit weiblicher Extremisten auslöschten als auch ihre erklärten Beweggründe vernachlässigten.
Wie Jackson zeigt, trugen diese Mediendarstellungen auch zur Entwicklung neuer Normen für den Umgang mit den „Bräuten“ bei, darunter gezielte Tötungen und der Entzug der Staatsbürgerschaft. Während das verletzliche Mädchen potenziell erlösbar war, wurde die monströse Frau zunehmend als entbehrlich angesehen.