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The Legacy of Gildas: Constructions of Authority in the Early Medieval West
Gildas ist ein wesentlicher Zeuge für die christliche Kultur der britischen Inseln in der undurchsichtigen Zeit nach dem Niedergang und Fall des weströmischen Reiches.
Seine Kritik in De excidio Britanniae an den Briten im Kontext der geistlichen und weltlichen Korruption und der Teilung mit heidnischen Mächten ist eine entscheidende Quelle für das Verständnis des Übergangs zu den mittelalterlichen Nationen England, Schottland, Wales und Irland. Doch die Art und Weise, wie diese rätselhafte kirchliche Figur im Laufe der Jahrhunderte rezipiert wurde, hat ihr einen zwiespältigen Ruf eingebracht.
Auf der einen Seite wird er als bedeutender Beitrag zur kirchlichen Reform gesehen, auf der anderen Seite als mürrischer und unzuverlässiger Chronist, der einen unvermeidlichen geistlichen und politischen Niedergang beklagt. In diesem Buch wird versucht, das Bild von Gildas zu verfeinern und wiederherzustellen. Zu diesem Zweck untersucht es sein Selbstbild, wie es sich in ausgewählten überlieferten Werken darstellt, und die späteren Darstellungen, die sich aus der Rezeption dieser Werke - dem Vermächtnis des Gildas - durch kirchliche Koryphäen wie Columbanus, Gregor den Großen und Bede ergeben.
Indem es untersucht, wie Gildas die Wahrnehmung von Autorität auf den britischen Inseln und auf dem Kontinent beeinflusste, stellt es dieses Vermächtnis in einen größeren Zusammenhang. Insgesamt argumentiert der Band, dass Gildas als eine der frühesten Autoritäten, die das christliche Königtum definierten und verteidigten, einen bedeutenden Beitrag zur politischen und kirchlichen Entwicklung des frühmittelalterlichen Westens geleistet hat.