
Failures of Feeling: Insensibility and the Novel
In diesem Buch wird die kuriose Geschichte des "Unempfindlichen" im Zeitalter der Empfindsamkeit aufgearbeitet. Wendy Anne Lee verfolgt diese Figur durch die uneinheitliche und chaotische Vergangenheit des englischen Romans und stützt sich dabei auf die Theorien der Aufklärung über die Leidenschaften, um die Philosophie wieder mit dem Erzählen ins Gespräch zu bringen.
Die zeitgenössische kritische Theorie vereinfacht oft frühere Darstellungen von Emotionen oder lässt sie außer Acht, während sich die Studien zum achtzehnten Jahrhundert auf die Kulturgeschichte der Sympathie konzentriert haben. Indem Failures of Feeling eine philosophischere Untersuchung darüber einleitet, was Emotionen sind, korrigiert es diese beiden Versäumnisse. In den Kapiteln des Buches werden die provokantesten Fälle von Gefühllosigkeit in der Literaturgeschichte vorgestellt, vom ikonischen Schreiberling, der es vorzieht, nicht zu fühlen, und der geschmähten Figur der Prüden bis hin zum heroischen Überlebenden einer Vergewaltigung, dem ausgebrannten Mann mit Gefühlen und der hartherzigen Jane Austen selbst.
Diese zentralen Fälle von Gefühllosigkeit veranschaulichen eine neue Theorie des Geistes und des Romans, die auf einem wesentlichen Paradoxon beruht: Gerade das Phänomen, das Gefühle und Handlungen scheinbar aufhält, zwingt sie in Wirklichkeit dazu. Entgegen der Annahme, dass fiktionale Investitionen auf einem Reichtum an Innenleben beruhen, zeigt Lee stattdessen, dass nichts die Leidenschaften so anregt wie Leidenschaftslosigkeit.