
The Promise of Welfare in the Postwar British and Anglophone Novel: States of Repair
The Promise of Welfare in the Postwar British Novel (Das Versprechen der Wohlfahrt im britischen Nachkriegsroman) bietet eine neue Literaturgeschichte des Zweiten Weltkriegs und seiner Nachwehen, indem es sich auf die Kriegsvisionen vom Wiederaufbau Großbritanniens konzentriert.
Dieses Buch verlagert die Aufmerksamkeit vom "Volkskrieg" auf den "Volksfrieden" und zeigt, dass die Literatur auf den historischen Übergang vom Krieg zur Wohlfahrt zurückgreift, um dessen transformatives soziales Potenzial und dessen dunkles Scheitern zu schildern. Der Wohlfahrtsstaat ging davon aus, dass die Verwaltung des Privatlebens des Einzelnen zu einer kohärenteren und gerechteren Gemeinschaft führen würde, ein Versprechen, das im Beveridge-Bericht von 1942 in dem Versprechen einer Betreuung von der "Wiege bis zur Bahre" zum Ausdruck kam.
Der Nachkriegsroman zeigt die intimen Auswirkungen auf, die entstehen, wenn Infrastrukturen des kollektiven Lebens versuchen, die soziale Interaktion zu organisieren, und zeichnet diese Auswirkungen anhand von quasi-verwalteten Heimen wie Mädchenwohnheimen, behelfsmäßigen Sanatorien und Versuchsschulen nach. Schriftsteller der Jahrhundertmitte wie Elizabeth Bowen, Muriel Spark und Samuel Selvon nutzten die militarisierte Heimatfront, um das Großbritannien der Nachkriegszeit als eine Zone verlorener Privatsphäre und neuer kollektiver Logiken darzustellen. Im weiteren Verlauf des Jahrhunderts, als die unerfüllten Träume der Wohlfahrt zerfielen, registrierten Autoren wie Alan Hollinghurst, Michael Ondaatje und Kazuo Ishiguro eine unerfüllte Sehnsucht nach einem Großbritannien, das es nie gegeben hat, und verorteten die britische Innenpolitik im Kontext historischer und sozialer Gewalt.
In der zeitgenössischen Belletristik wird der Übergang von einem Kriegs- zu einem Wohlfahrtsstaat wiederbelebt, sein transformatives Potenzial bewahrt und gleichzeitig seine möglichen Zukünfte neu definiert. Mit diesem langen Blick auf die Nachkriegsliteratur zeigt dieser Band, wie stark die Versprechen der Wohlfahrt und Großbritanniens Mitte des Jahrhunderts die britische kulturelle Vorstellungskraft beeinflussen.