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Weaving the World: Simone Weil on Science, Mathematics, and Love
Weaving the World verwendet Simone Weils Philosophie der Wissenschaft und Mathematik als Einführung in das Denken eines der einflussreichsten philosophischen und theologischen Denker des 20. Jahrhunderts. Weil vertrat die Auffassung, dass für die alten Griechen der eigentliche Zweck von Wissenschaft und Mathematik die Erkenntnis und Liebe zum Göttlichen war. Ihre schöpferische Aneignung dieser Vision führte sie zu einer Konzeption von Wissenschaft und Mathematik, die den Menschen nicht nur mit der physischen Welt, sondern auch mit den spirituellen und ästhetischen Aspekten der menschlichen Existenz in Verbindung bringt.
Vance G. Morgan untersucht Weils früheste Texte zur Wissenschaft, in denen sie den Grundstein für ein Wissenschaftskonzept legt, das in grundlegenden menschlichen Anliegen und Aktivitäten wurzelt. Anschließend verfolgt er Weils Analyse der Entwicklung der Wissenschaft, insbesondere der Mathematik und Wissenschaft der alten Griechen. Er untersucht insbesondere Weils Interpretation der Pythagoräer und ihrer mathematischen Entdeckungen, wobei er den mathematischen Grundlagen der musikalischen Harmonien besondere Aufmerksamkeit schenkt. Besonderes Augenmerk richtet Morgan auf Weils Analyse der griechischen Geometrie, die ihrer Ansicht nach die Bedeutung der Vermittlung zwischen Inkommensuraten sowohl in der Geometrie als auch im größeren Rahmen der menschlichen Existenz aufzeigt.
Morgans Studie stellt nicht nur die metaphysische und spirituelle Verarmung zeitgenössischer wissenschaftlicher Paradigmen in Frage, sondern skizziert auch den Entwurf einer alternativen metaphysischen Grundlage für Mathematik und Wissenschaft, die, so Weil, die Tür zu einem wiederbelebten Dialog zwischen Wissenschaft, Philosophie, Kunst und Religion öffnet.