
The Marvellous and the Miraculous in Mara de Zayas
Mara de Zayas y Sotomayor (Madrid, 1590-1647?) war eine der wenigen weltlichen Schriftstellerinnen ihrer Zeit und erfreute sich großer Beliebtheit. Ein relativ wenig untersuchter, aber wichtiger Aspekt ihres Erfolgs war ihr geschickter Einsatz des Übernatürlichen sensu lato.
Ihre Novellen sind reich an Wundern, körperlosen Stimmen, prophetischen Träumen, Verhandlungen mit dem Teufel, Zauberei und Hexerei. Manchmal wird die Magie als real behandelt, ein anderes Mal wird sie in Anlehnung an die inquisitorische Praxis als betrügerisch abgetan. Einige Erzählungen sind humorvoll, andere erschütternd.
Was die teuflischen Pakte betrifft, so schweigt sie strategisch über deren heilsamen Ausgang. Obwohl einige ihrer Wunderszenen traditionell sind, sind andere von einem Sinn für das Fantastische durchdrungen, der auch in anderen Episoden deutlich wird.
An verschiedenen Stellen scheint sie anzudeuten, dass der freie Wille den Sternen unterworfen ist. Ihr gesamtes Werk ist von einem durchdringenden Gefühl des Zweifels und der Unbestimmtheit geprägt, während sie gleichzeitig ein barockes erzählerisches Labyrinth schafft, in dem lo que lees no es lo que es ist.
Sander Berg hat in Birkbeck (London) promoviert und ist Leiter der Spanischabteilung der Westminster School.