
Remaking Home: Domestic Spaces in Argentine and Chilean Film, 2005-2015
In den argentinischen und chilenischen Filmen des frühen einundzwanzigsten Jahrhunderts bieten Häuser viel mehr als nur eine Kulisse für das Drama auf der Leinwand. Sie sind auch nicht einfach Zufluchtsorte vor politischen Unruhen oder Räume der Unterdrückung.
Remaking Home vertritt die These, dass häusliche Räume vielmehr das Medium sind, durch das neue, fragile gemeinsame Identitäten konstruiert werden. Die verschiedenen Dokumentar- und Spielfilme, die hier analysiert werden, darunter auch ein frühes Werk des Oscar-Preisträgers Sebasti n Lelio, nutzen die häusliche Sphäre als Laboratorium, in dem mit Erzählweisen, audiovisuellen Techniken und sozialen Konfigurationen experimentiert wird.
Während sich die bisherige Forschung auf die im zeitgenössischen Film sichtbare soziale Fragmentierung und politische Desillusionierung konzentrierte, argumentiert Remaking Home, dass man über dekonstruktive kritische Ansätze zur lateinamerikanischen Kultur hinausgehen muss, um die politische Wirkung des zeitgenössischen Kinos zu verstehen. Auf diese Weise wird der theoretische Rahmen der Studien zum lateinamerikanischen Kino erweitert, indem neue Berührungspunkte zwischen der Kulturkritik von Nelly Richard, den Arbeiten von Bruno Latour und den Theorien des neuen Materialismus gefunden werden.