Bewertung:

Delta Epiphany von Ellen Meacham erforscht Robert Kennedys einflussreichen Besuch im Mississippi-Delta im Jahr 1967 und reflektiert über Themen wie Armut, Ethnie und gesellschaftliche Vernachlässigung, die auch in der heutigen Zeit eine Rolle spielen. Das Buch wird für seine fesselnde Erzählweise und gründliche Recherche hervorgehoben, die historische Ereignisse zum Leben erweckt und gleichzeitig zum Nachdenken über aktuelle soziale Kämpfe anregt.
Vorteile:Fesselnde Erzählung, die historische Ereignisse wirkungsvoll einfängt.
Nachteile:Gut recherchiert und dokumentiert, bietet es tiefe Einblicke in die Armut und die Beziehungen zwischen den Ethnien.
(basierend auf 18 Leserbewertungen)
Delta Epiphany: Robert F. Kennedy in Mississippi
Im April 1967, ein Jahr vor seiner Kandidatur für das Präsidentenamt, kniete Senator Robert F. Kennedy in einer verfallenen Hütte in Mississippi und versuchte, einem lustlosen Kind eine Reaktion zu entlocken. Das Kleinkind saß da und stocherte in getrocknetem Reis und Bohnen, die auf dem schmutzigen Boden verschüttet waren, während Kennedy, ehemaliger Generalstaatsanwalt der USA und Bruder eines Präsidenten, den aufgeblähten Bauch des Jungen berührte und ihm über Gesicht und Haare strich. Nach einigen Minuten, in denen das Kind nicht reagierte, ging der Senator durch die Hintertür hinaus und wischte sich die Tränen weg.
In Delta Epiphany: Robert F. Kennedy in Mississippi erzählt Ellen B. Meacham die Geschichte von Kennedys Besuch im Delta und untersucht dabei auch die historischen, wirtschaftlichen und politischen Kräfte, die das Leben der Kinder, die er 1967 in Mississippi traf, und die folgenden Jahrzehnte prägten. Das Buch enthält siebenunddreißig aussagekräftige Fotos, von denen ein Dutzend hier zum ersten Mal veröffentlicht wird. Kennedys Besuch im Mississippi-Delta im Rahmen einer Untersuchung von Armutsprogrammen durch einen Unterausschuss des Senats dauerte nur wenige Stunden, aber Kennedy, die Menschen, denen er begegnete, Mississippi und die Nation spürten die Auswirkungen dieser Reise noch viel länger. Der Besuch und seine Nachwirkungen kristallisierten viele der innenpolitischen Themen heraus, die Kennedy später zu seiner Kandidatur für die Präsidentschaft bewegten. Nach seiner Rückkehr nach Washington suchte Kennedy sofort nach Möglichkeiten, den Kindern, die er bei seinem Besuch kennengelernt hatte, zu helfen; seine Bemühungen wurden jedoch durch institutionelle Hindernisse vereitelt und von mächtigen Männern blockiert, die der Notlage armer schwarzer Kinder gleichgültig und bisweilen sogar feindselig gegenüberstanden.
Traurigerweise wissen wir, was mit Kennedy geschah, aber dieses Buch stellt uns auch drei der Kinder vor, die er bei seinem Besuch traf, darunter das Baby auf dem Boden, und beendet ihre Geschichten. Kennedy sprach über das, was er in Mississippi in den verbleibenden vierzehn Monaten seines Lebens gesehen hatte. Seine Vision für Amerika wurde durch die Not der hungernden Kinder, denen er dort begegnete, geprägt.