
Following the Leader: International Order, Alliance Strategies, and Emulation
Die Staaten haben gute Gründe, ihre Militärbündnisse richtig zu gestalten. Wenn Sicherheitspakte gut laufen, untermauern sie die regionale und globale Ordnung; wenn sie scheitern, breiten sie Kriege über Kontinente aus, da Staaten in Konflikte hineingezogen werden. Wir würden daher erwarten, dass die Staaten ihre militärischen Partnerschaften sorgfältig auf die jeweiligen Bedingungen abstimmen. Diese Erwartung ist falsch, argumentiert Raymond C. Kuo.
In Following the Leader wird argumentiert, dass die meisten Länder ihre individuellen Sicherheitsinteressen in Militärpakten ignorieren und sich stattdessen auf eine einzige, dominante Bündnisstrategie einigen. Das Buch stellt eine neue soziale Theorie der strategischen Diffusion und Nachahmung vor, die sich auf Fallstudien und fortgeschrittene statistische Analysen von Bündnissen zwischen 1815 und 2003 stützt. Nach jedem großen Krieg, der das internationale System erschüttert, gründet ein neuer Hegemon eine zentrale Militärpartnerschaft, um seinen größten Feind zu bekämpfen. Sekundäre und periphere Staaten eilen diesem Bündnis nach, um ihre Glaubwürdigkeit und ihr Prestige durch die Nachahmung der dominanten Form zu demonstrieren.
Ob es sich nun um das NATO-Modell handelt, das heute so selbstverständlich erscheint, oder um die Realpolitik, die im Europa des späten neunzehnten Jahrhunderts herrschte - die Strategie eines einzelnen Bündnisses hat weite Teile der diplomatischen Geschichte bestimmt. Kuo zeigt, dass dieses Phänomen nicht auf die eigenen Sicherheitsinteressen der Staaten zurückzuführen ist, sondern auf ihr Gerangel um den Status in einer Welt, die von den Großmächten regelmäßig neu gestaltet wird.