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Breaking The Spell Of Disenchantment: Mystery, Meaning, And Metaphysics In The Work Of C. G. Jung
Eines der stärksten Narrative, das Wissenschaftler, Intellektuelle und die allgemeine Kultur in Europa in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts beherrschte, war, dass die Welt entzaubert worden war: ohne echtes Geheimnis, ohne inhärente Bedeutung und ohne Bezug zu einer spirituellen oder göttlichen Realität. In Breaking the Spell of Disenchantment (Den Bann der Entzauberung brechen) untersucht Roderick Main, auf welche Weise C. G. Jungs analytische Psychologie, die im selben Zeitraum entwickelt wurde, dieses vorherrschende Narrativ in Frage stellen kann.
Nachdem er die komplexe und ambivalente Natur der Entzauberung und die vielen verschiedenen Reaktionen darauf erläutert hat, zeigt Main, wie der Jungsche Individuationsprozess eine kulturell dringend benötigte Wiederverzauberung der Welt fördert, wenn auch auf eine Art und Weise, die weiterhin die Rolle sowohl der Entzauberung als auch der naiven Verzauberung anerkennt. Er konzentriert sich dann wiederum auf Jungs lebenslange Beschäftigung mit anomalen Phänomenen, sein Konzept der Synchronizität als Prinzip der akausalen Verbindung durch Bedeutung und seine implizite panentheistische Metaphysik, um detaillierter zu zeigen, wie die analytische Psychologie im Gegensatz zur Entzauberung das echte Mysterium, die inhärente Bedeutung und die Beziehung zur spirituellen oder göttlichen Realität bejaht.
Die Vision, die sich dabei herauskristallisiert, ist eine besonders reiche und unverwechselbare Form von Ganzheitlichkeit, die nicht nur für die Psychotherapie wertvoll ist, sondern auch als kritische Perspektive auf einige unserer aktuellen sozialen, politischen und ökologischen Krisen, insofern diese ihre Wurzeln in der immer noch vorherrschenden Geschichte der Entzauberung haben.
Dies ist Band 8 der Zürcher Vorlesungsreihe.
Inhaltsübersicht
Vorwort
Danksagungen
1. Entzauberung
Entzauberung in Webers „Wissenschaft als Beruf“
Jung's Erfahrung der Entzauberung
Antworten auf Entzauberung
Jungs Antwort auf die Entzauberung
Individuation
Den Bann der Entzauberung brechen: Die Gegenmagie der Individuation
Entzauberung-Entzauberung-Wiederverzauberung
Jung, Weber und die Unio Mystica
Schlussfolgerung
Endnoten
2. Mysterium
Jungs Studien und Erfahrungen mit anomalen Phänomenen
Synchronizität als Rahmen für das Verständnis anomaler Phänomene
Synchronizität und Kategorien von anomalen Phänomenen
Synchronizität und Jungs anomale Erlebnisse
Jungs Fokus auf die Bedeutung von anomalen Phänomenen
Die Bedeutung der Jung'schen anomalen Erfahrungen
Schlussfolgerung
Endnoten
3. Bedeutung
Die Bedeutung von „Bedeutung“ in „Bedeutungsvolle Zufälle“
„Erschütterung der Sicherheit unserer wissenschaftlichen Grundlagen“ Bedeutung in der Wissenschaft
Schlussfolgerung
Endnoten
4. Metaphysik
Jung und die Metaphysik
Die theistischen Wurzeln der Entzauberung
Panentheismus
Jungsche Psychologie als Instanz des modernen panentheistischen Denkens
Die Rückgängigmachung der Entzauberung
Der Panentheismus gegenüber der entzauberten Wissenschaft und Religion
Schlussfolgerung
Endnoten
Biographische Anmerkung
Literaturhinweise
Verzeichnis