
Representing Jihad: The Appearing and Disappearing Radical
Der Dschihad steht seit mehr als einem Jahrzehnt im Zentrum des westlichen Sicherheitsdiskurses.
Theoretiker benutzen den Dschihadisten ständig als diskursives Instrument, um ihre neoliberalen, militärischen und marktwirtschaftlichen Ziele voranzutreiben, wodurch massive Verständnislücken zwischen „dem Westen“, den Muslimen und den Dschihadisten selbst aufrechterhalten werden. Unterstützt werden sie dabei von muslimischen Gesprächspartnern, die nur allzu oft die Rolle der „guten“ Muslime spielen, die die Motive der „bösen“ Muslime erklären.
Dieses zeitgemäße Buch zeigt, dass muslimische Theorie und Fiktion in erheblichem Maße kommerzialisiert wurden, um die Bedürfnisse der westlichen Ideologie zu befriedigen. Es kritisiert geschickt die ideologischen Widersprüche der Debatte um den Dschihadisten, indem es eine umfassende Analyse muslimischer und nicht-muslimischer Kulturkritiker bietet. Von Edward Said bis Slavoj Zizek, von Don DeLillo bis Orhan Pamuk und von Mohammed Siddique Khan bis Osama bin Laden - dieser äußerst heterogene Diskurs führt zu einer vielschichtigen muslimischen Antwort.
O'Rourke untersucht einige der kritischen Bruchlinien in der postkolonialen Theorie und der Literaturanalyse. Dieses bahnbrechende Buch argumentiert, dass die Versuchung, sich die Figur des Dschihadisten anzueignen, ein fruchtbares Feld bietet, von dem aus eine Diskussion über die Grenzen der aktuellen Theorie geführt werden kann.