
Judging War, Judging History: Behind Truth and Reconciliation
Wer soll in einem Land oder einer Gemeinschaft, die durch Krieg und Massengewalt zerrüttet ist, über „Gerechtigkeit“ entscheiden und wie sie erreicht werden soll? Wahrheitskommissionen, internationale Gerichte und finanzielle Entschädigung sind einige der verschiedenen Lösungen, die in den letzten Jahren angewandt wurden. Diese breit angelegten Bemühungen um Übergangsjustiz können jedoch auch nach hinten losgehen und manchmal zu weiterem Unrecht führen.
Angesichts ihrer eigenen Grenzen und des politischen Drucks, der von allen Seiten ausgeübt wird, ist die Übergangsjustiz eine unvollkommene Lösung. Doch wie Pierre Hazan in seinem neuen Buch darlegt, ist sie unsere beste Hoffnung auf Befreiung aus einem Kreislauf der Gewalt, der Rache und weitere Gewalt hervorbringt. Judging War, Judging History befasst sich eingehend mit dem zunehmenden Einsatz und Einfluss von Wahrheits- und Versöhnungskommissionen und der wachsenden Bedeutung von Übergangsjustiz bei der Konfliktlösung in der heutigen Zeit.
Von den Nürnberger Prozessen bis hin zu aktuellen Konflikten in Südafrika, Marokko und Uganda zeigt Pierre Hazan auf, in welchem Ausmaß die Ansätze, die dem Gedenken an Ereignisse und der Wiederherstellung von Gesellschaften nach Kriegs- und Gewalttaten dienen sollen, letztlich die gewaltige Aufgabe verstärken, sich mit den Forderungen der Opfer nach Anerkennung auseinanderzusetzen. Dieses fesselnde Buch deckt die Spannungen auf, die durch diese neue Versöhnungspolitik entstehen, und zeigt, wie die sich wandelnden Vorstellungen von und Ansätze zu Gerechtigkeit nicht nur unser Verständnis der Vergangenheit, sondern auch unsere heutigen sozialen und politischen Entscheidungen beeinflussen.