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Breaking the Frames: Populism and Prestige in Comics Studies
Die Comicforschung ist an einem Scheideweg angelangt. Graphic Novels haben noch nie so viel Aufmerksamkeit und Legitimation von Seiten der Wissenschaft erhalten, aber neue Kanons und neue kritische Diskurse haben zu Spannungen innerhalb eines Fachs geführt, das auf der populistischen Rhetorik der Kulturwissenschaften aufbaut.
Infolgedessen hat die Comicforschung begonnen, sich in verschiedene Lager aufzuspalten, die vor allem in den Kultur- oder Literaturwissenschaften beheimatet sind und versuchen, die Grenzen der Disziplin zu bestimmen oder sich der Disziplinarität selbst zu widersetzen. Die Folge ist eine zunehmende Uneinheitlichkeit in der Art und Weise, wie Comic-Wissenschaftler miteinander reden - oder, was noch häufiger vorkommt, nicht miteinander reden oder die Arbeit des jeweils anderen nicht einmal zur Kenntnis nehmen. Den Rahmen sprengen: Populism and Prestige in Comics Studies untersucht den aktuellen Stand der Comicforschung, hinterfragt die vorherrschenden Schulen, stellt ihre gegenseitige Entfremdung in Frage und hinterfragt ihre Neigung, die Comics, die sie untersuchen, zu verteidigen.
Marc Singer plädiert für eine größere disziplinäre Vielfalt und methodische Strenge in der Comicforschung und plädiert für ein Feld, das kritischere und oppositionelle Perspektiven einbeziehen kann. Anhand einer ausführlichen Lektüre einiger der bekanntesten Comic-Autoren - darunter Marjane Satrapi, Alan Moore, Kyle Baker und Chris Ware - zeigt Singer, wie die Comicforschung aus dem feierlichen Rahmen und dem restriktiven Kanon ausbrechen kann, die das Feld derzeit definieren, um eine neue Wissenschaft zu schaffen, die unser Verständnis von Comics und ihren Kritikern erweitert.