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Pioneer Mother Monuments: Constructing Cultural Memory
Mehr als ein Jahrhundert lang errichteten amerikanische Gemeinden Denkmäler für die Pioniere des Westens. Obwohl viele dieser Statuen heute kaum noch Beachtung finden, sind die Bilder, die sie darstellen - starke weiße Männer, heilige Mütter und heile Pionierfamilien -, ein fester Bestandteil der vorherrschenden Vorstellungen von amerikanischem Exzeptionalismus, Ethnie und Geschlechteridentität. Pioneer Mother Monuments ist das erste Buch, das sich mit der langen und komplexen Geschichte des Erinnerns, Vergessens und Wiederentdeckens von Pionierdenkmälern befasst.
In diesem Buch kombiniert die Historikerin Cynthia Culver Prescott eine visuelle Analyse mit einer genauen Lektüre von Primärquellen. Prescott untersucht etwa zweihundert Denkmäler, die in den Vereinigten Staaten vom späten 19. Jahrhundert bis heute errichtet wurden, und konzentriert sich dabei auf die frühesten Pionierstatuen, die die starken weißen Männer feierten, die den Westen besiedelten - und eroberten. In den 1930er Jahren, erklärt sie, als sich die Geschlechterrollen zu verschieben begannen, entstanden neue Denkmäler zu Ehren der Pioniermutter. Die engelsgleiche Frau mit Sonnenhut, die mit einem Gewehr oder einer Bibel bewaffnet die Zivilisation voranbringt - eine ikonische Figur - fand vor allem bei den Mormonen Anklang. Während das Interesse an diesen traditionellen Denkmälern in der Nachkriegszeit zu erlahmen begann, entstand laut Prescott im späten zwanzigsten Jahrhundert in kleineren Gemeinden eine neue Welle von Pionierdenkmälern. Inspiriert von ländlicher Nostalgie, trugen diese Statuen zur Förderung des Kulturtourismus bei.
In den letzten Jahren haben die Amerikaner hitzige Debatten über die Denkmäler der Konföderierten im Bürgerkrieg und ihren impliziten Rassismus geführt. Sollten diese Statuen entfernt oder umgedeutet werden? Weitaus weniger Aufmerksamkeit wurde jedoch den Pionierdenkmälern gewidmet, die, wie Prescott argumentiert, ebenfalls die kulturelle Überlegenheit der Weißen - sowie Geschlechterstereotypen - verankern. Nur wenige westliche Gemeinden haben diese Werte überdacht und Statuen mit einer inklusiveren Bildsprache errichtet.
Prescotts bahnbrechende Analyse, die Geschichte des Westens, visuelle Kultur und Gedächtnisforschung miteinander verbindet, wird durch eine reiche Auswahl an Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografien ergänzt, die die Statuen zeigen, sowie durch detaillierte Karten, die die Entstehung der Pionierdenkmäler chronologisch darstellen.