
The American Western in Canadian Literature
Der Western mit seinen stoischen Cowboys und flinken Revolverhelden ist ein amerikanisches Genre, das auf Anhieb erkennbar ist und weltweiten Erfolg hat. Kulturen auf der ganzen Welt haben den Western als Teil ihrer eigenen nationalen Literaturen übernommen, aber auch angepasst und kritisiert, indem sie das Genre auf seltsame Weise neu interpretiert und erweitert haben. Kanadische Western sind fast immer im Gespräch mit ihren amerikanischen Vettern, beeinflusst von ihren Tropen und Traditionen, reagieren auf ihre Politik und verwenden ihre Strukturen neu, um ein nationales literarisches Phänomen zu schaffen.
Der amerikanische Western in der kanadischen Literatur untersucht mehr als ein Jahrhundert der Entwicklung des kanadischen Westerns als Antwort auf den amerikanischen Western, auf sich entwickelnde literarische Trends und auf regionale, nationale und internationale Veränderungen. Beginnend mit indianischen Perspektiven auf das Genre, geht es über frühe Manifestationen des Westerns in christlichen Erzählungen über persönliches und nationales Wachstum und seine umstrittene Pulp-Fiction-Popularität in den 1940er Jahren bis hin zu seinen postmodernen und zeitgenössischen Kritiken, wobei die Grenzen des Westerns erweitert werden, um Northerns, Northwesterns und Post-Westerns in der Literatur, im Film und in der breiteren kulturellen Bilderwelt einzubeziehen.
Der amerikanische Western in der kanadischen Literatur ist mehr als eine einfache Geschichte. Es nutzt die Gattungstheorie, um historische Perspektiven auf Nation und Region zu kommentieren. Es enthält Übersichten über indigene und siedler-koloniale Kritiken am Western und stellt die hartnäckigen Haltungen gegenüber indigenen Völkern und ihren traditionellen Territorien in Frage, die für das Genre typisch sind. Er beleuchtet die Art und Weise, wie der kanadische Western Aspekte des kanadischen Lebens - von der Autokultur über die Rohstoffindustrie bis hin zu den Annahmen über die moralische Überlegenheit Kanadas - verherrlicht, hagiographiert und letztlich entheiligt. Dies ist eine umfassende, sehr lesenswerte und faszinierende Studie über ein bisher unterschätztes Genre.