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The Aesthetic State: A Quest in Modern German Thought
Kurz nach der Mitte des 18. Jahrhunderts begannen einige Denker aus dem deutschsprachigen Raum, ein Paradigma zu schaffen, das von ihren Eindrücken einer fernen historischen Realität, dem antiken Athen, herrührte.
Sie fügten ihm eine neue Denkweise hinzu, die moderne Dialektik.
Und zuweilen huldigten sie sogar der altgriechischen Gottheit Dionysos, um ihre Sehnsucht nach einem Ideal zu verwirklichen. Der Einfluss dieser Kräfte durchdrang das moderne deutsche Bewusstsein, indem er den Begriff und die Tätigkeit der Kunst vergötterte, die platonische (und sanskritische) Vision des Kosmos als Spiel und ästhetische Schöpfung wiederbelebte und eine Lebens- und Arbeitsweise projizierte, die nicht die Ware, sondern das ästhetische Produkt ehrte.
Mit rigorosem Engagement für Primärquellen und einer unermüdlichen kritischen Auseinandersetzung mit den Ideen und konkreten Situationen, die sie aufwerfen, liefert Josef Chytry eine umfassende und ausführliche Studie dieses zentralen Motivs im deutschen Denken von Winckelmann bis Marcuse.
Unter "ästhetischem Staat" versteht Chytry die konzentrierte moderne intellektuelle Bewegung zur Wiederbelebung der radikal hellenischen Tradition der Polis als Ort des schönen oder guten Lebens. Die Bewegung beginnt mit dem Klassizismus von Winckelmann, dem Wiemarer ästhetischen Humanismus (Wieland, Herder, Goethe) und Schillers formaler Theorie des ästhetischen Staates und setzt sich fort über den Idealismus der schwäbischen Dialektiker Holderlin, Hegel und Schelling und den Realismus von Marx, Wagner und Nietzsche. Sie gipfelt im Postrealismus von Heiddegger, Marcuse und dem Künstler der ästhetischen Moderne Walter Spies, der einen Dialog mit dem nicht-westlichen "Theaterstaat" der Insel Bali initiierte.
Josef Chytry kommt zu dem Schluss, dass die künftige Spekulation über das Ideal eines ästhetischen Staates sich mit den postrealistischen Themen der ontologischen Anarchie, des ästhetischen Ethos und des Theaterstaates auseinandersetzen muss. In einem kühnen Versuch, solche Spekulationen anzuregen, zeigt Chytry auf, wie sich die Befürworter des ästhetischen Staates mit der politischen Theorie von Rawls zusammentun könnten, um das Organon der Überzeugung weiter zu fördern, das seiner Ansicht nach als gemeinsame Quelle für die antiken, dialektischen und kontraktualistischen Bestrebungen nach der Polis dient.
Dieser Titel ist Teil des UC Press-Programms Voices Revived, das an die Mission der University of California Press erinnert, die klügsten Köpfe ausfindig zu machen und zu fördern und ihnen Stimme, Reichweite und Einfluss zu verleihen. Voices Revived stützt sich auf eine Backlist, die bis ins Jahr 1893 zurückreicht, und macht hochwertige, von Fachleuten geprüfte wissenschaftliche Arbeiten mithilfe der Print-on-Demand-Technologie wieder zugänglich. Dieser Titel wurde ursprünglich im Jahr 1989 veröffentlicht.