
The Atomic Archipelago: Us Nuclear Submarines and Technopolitics of Risk in Cold War Italy
1972 errichtete die US-Marine einen Stützpunkt für Atom-U-Boote auf dem Archipel von La Maddalena vor der nordöstlichen Küste Sardiniens, Italien. Daraufhin richtete Italien ein Strahlungsüberwachungsprogramm ein, um die Auswirkungen des Stützpunkts auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit zu überwachen.
In der ersten systematischen Studie über nukleares Fachwissen in Italien konzentriert sich Davide Orsini auf die daraus resultierenden technopolitischen Auseinandersetzungen über die Rolle und Sicherheit von US-Atom-U-Booten im Mittelmeer von der Zeit des Kalten Krieges bis zur Schließung des Marinestützpunkts im Jahr 2008. Sein Buch verfolgt die Kämpfe verschiedener Gruppen - darunter Anwohner des Archipels, Angehörige der US-Marine, örtliche Verwaltungsbeamte, italienische Experten und Politiker - um die Definition von Atom-U-Booten entweder als nicht wahrnehmbare Bedrohung, ähnlich wie bei der Strahlenverseuchung, oder als effiziente Maschinen im Dienste von Freiheit und Unabhängigkeit. Im Gegensatz zu den Kernkraftwerken im Landesinneren, die mit ihren hohen Kühltürmen und Reaktorbehältern sehr präsent und sichtbar sind, trugen die Mobilität und Unsichtbarkeit der U-Boote zu einer ambivalenten Sichtweise bei, die die Idee des nuklearen Exzeptionalismus aufrechterhielt.
In Italien symbolisierten sie Objekte in ständiger Bewegung, die bei den ersten Anzeichen eines möglichen Schadens leicht entfernt werden können. Orsini zeigt auf, wie diese mobilen Gefahrenquellen besondere Herausforderungen sowohl für Expertenbewertungen als auch für das öffentliche Risikoverständnis darstellten, und zwar in Kontexten außerhalb der angelsächsischen Welt, in denen einzigartige soziale Machtdynamiken den Ausgang technopolitischer Kontroversen beeinflussten.