
The British Naval Staff in the First World War
Nicholas Black untersucht die Rolle des Marinestabes der Admiralität im Krieg 1914-18 und bewertet sowohl das Kaliber des Stabes als auch dessen Funktion und Struktur neu. Er stellt Historiker wie Arthur Marder und Persönlichkeiten der Marine wie die Kapitäne Herbert Richmond und Kenneth Dewar in Frage, die maßgeblich zu der überwiegend schlechten Presse beigetragen haben, die der Stab in der Folgezeit erhalten hat, und zeigt, dass ihr Einfluss zuweilen sowohl ungesund als auch falsch informiert war.
Untersucht wird auch, wie sich der Stab im Laufe des Krieges von einem kleinen, überforderten und oft manipulierten Gremium zu einem weitaus spezialisierteren und erfolgreicheren entwickelt hat. Dabei werden die Rollen von Schlüsselpersonen wie Jellicoe und Geddes neu bewertet und die Vermutung geäußert, dass die Struktur des Stabes falsch verstanden wurde und dass er ein weitaus ausgeklügelteres Gremium war, als es die Historiker traditionell geschätzt haben. Black untersucht auch, wie sich der Stab in verschiedenen wichtigen Marinefragen des Krieges verhielt: die Rolle der Großen Flotte, der Kampf gegen das U-Boot, die Dardanellen-Operation und die Umsetzung der Wirtschaftsblockade gegen Deutschland.
Insgesamt ergänzt das Buch sowohl die operative Geschichte des Krieges als auch die Biografien der beteiligten Persönlichkeiten und stellt sie manchmal in Frage. NICHOLAS BLACK ist Leiter des Fachbereichs Geschichte am Dulwich College.