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Stealing Helen: The Myth of the Abducted Wife in Comparative Perspective
Die Geschichte ist bekannt: Eine schöne Frau wird entführt, und ihr Mann macht sich auf den Weg, um sie zurückzuholen. Die bekannteste Verkörperung dieser Geschichte ist auch ein zentraler griechischer Mythos - die Entführung der Helena, die zum Trojanischen Krieg führte. Stealing Helen untersucht eine Vielzahl von Volksmärchen und Texten, in denen die Geschichte der entführten schönen Frau vorkommt, und stellt einen detaillierten Vergleich mit dem Mythos von Helena von Troja an. Lowell Edmunds zeigt, dass bestimmte Sanskrit-, walisische und altirische Texte darauf hindeuten, dass es eine indoeuropäische Geschichte der entführten Frau gab, bevor der Helena-Mythos der Ilias bekannt wurde.
Bei der Untersuchung von Helens Status in den antiken griechischen Quellen argumentiert Edmunds, dass, wenn Helen nur eine Trope der entführten Ehefrau war, die Suche nach Helens Ursprung im spartanischen Kult ebenso aufgegeben werden kann wie die Suche nach einer indoeuropäischen Göttin, aus der sich der Helen-Mythos entwickelte. Er erklärt, dass Helena keine göttliche Essenz war, sondern eine erzählerische Figur, die sich je nach Bedarf zu verschiedenen Zeiten oder an verschiedenen Orten im antiken Griechenland wiederholen konnte. Edmunds findet einige dieser erzählerischen Helen wieder, wie die der Pythagoräer und des Simon Magus, die dann die Helen der Faust-Legende und Goethes inspirierten.
Stealing Helen bietet eine detaillierte Kritik der vorherrschenden Ansichten über die „echte“ Helena und präsentiert eine augenöffnende Erkundung der vielen Quellen für diese internationale mythische und literarische Ikone.