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The Thirty Years' War and German Memory in the Nineteenth Century
Das neunzehnte Jahrhundert war die Geburtsstunde des deutschen Nationalismus und der Vereinigung Deutschlands zu einem mächtigen Nationalstaat. In dieser Epoche ließ die Besessenheit der Leserschaft mit dem zerstörerischsten und spaltendsten Krieg in ihrer Geschichte - dem Dreißigjährigen Krieg - alte Feindseligkeiten wieder aufleben und entfachte eine heftige, jahrhundertelange Debatte über die Ursprünge und Folgen des Krieges.
Der Kern dieses erbitterten Streits war ein Zusammenstoß zwischen protestantischen und katholischen Historikern über die kulturellen Kriterien, die die authentische deutsche Identität und die territoriale und politische Form der zukünftigen deutschen Nation bestimmen. Diese bahnbrechende Studie über die morbide Faszination des modernen Deutschlands für den Krieg untersucht die ideologische Verwendung von Geschichtsschreibung, Gedenken und kollektiver Erinnerung, um zu zeigen, wie der leidenschaftliche Streit über den "Sinn" des Dreißigjährigen Krieges die Vorstellung der Deutschen von ihrer Nation geprägt hat. Der Dreißigjährige Krieg und das deutsche Gedächtnis im 19.
Jahrhundert ist das erste Buch in der umfangreichen Literatur zur deutschen Geschichtsschreibung, das untersucht, wie moderne deutsche Historiker ein bestimmtes Ereignis neu interpretierten, um die nationale Identität zu definieren und politische und ideologische Agenden zu legitimieren, und ist eine kühne intellektuelle Geschichte des Zusammenspiels von Geschichtsschreibung, Religion, Kultur und Politik im Deutschland des 19. Kevin Cramer ist außerordentlicher Professor für Geschichte an der Indiana University-Purdue University, Indianapolis.