
Euhemerism and Its Uses: The Mortal Gods
Euhemerism and Its Uses bietet den ersten interdisziplinären, fokussierten und umfassenden Überblick über die lange Geschichte eines wichtigen, aber wenig untersuchten Phänomens der europäischen Geistes- und Kulturgeschichte.
Der Euhemerismus - die Behauptung, dass die griechischen Götter historisch gesehen sterbliche Männer und Frauen waren - hat seinen Ursprung im frühen dritten Jahrhundert v. Chr. in einem rätselhaften und heute fragmentarischen Text des ansonsten unbekannten Autors Euhemeros. Dieses Werk, die Heilige Inschrift, wurde unterschiedlich interpretiert: als Religionstheorie, als atheistisches Manifest, als Rechtfertigung oder Satire des Herrscherkults, als phantastische Reiseerzählung und als frühe „Utopie“. Der Euhemerismus, der die hellenistische und römische Literatur sowie das religiöse und politische Denken beeinflusste und von den frühen Christen übernommen wurde, um den Polytheismus zu entlarven und gleichzeitig das fortgesetzte Studium der klassischen Literatur zu rechtfertigen, war im Mittelalter und in der Renaissance weit verbreitet, und sein Nachhall ist in der modernen Mythentheorie weiterhin zu spüren. Obwohl er häufig als mächtige und allgegenwärtige Tradition in verschiedenen Disziplinen beschworen wird, wird er noch immer zu wenig untersucht und verstanden.
Dieser Band füllt eine wichtige Lücke in der Ideengeschichte und richtet sich an Wissenschaftler und Studenten der klassischen Rezeption, der Literatur des Mittelalters und der Renaissance, der Geschichtsschreibung sowie der Mythen- und Religionstheorie.