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The Familial State: Ruling Families and Merchant Capitalism in Early Modern Europe
Das siebzehnte Jahrhundert wurde als das Goldene Zeitalter der Niederlande bezeichnet.
Im Laufe von achtzig Jahren stürzten die winzigen Vereinigten Provinzen der Niederlande die spanische Herrschaft und wurden zur dominierenden Macht in Europa. Schließlich brach die niederländische Hegemonie jedoch so schnell zusammen, wie sie aufgestiegen war.
In The Familial State untersucht Julia Adams die Rolle, die die großen Familien der Niederlande in dieser dramatischen Geschichte spielten. Sie zeichnet nach, wie Familienpatriarchen - die damals sowohl Staatsgründer als auch Handelskapitalisten waren - die erste große Welle des europäischen Kolonialismus prägten, die wiederum die politische Entwicklung Europas auf innovative Weise beeinflusste. Auf der Grundlage umfangreicher Archivarbeit kommt Adams zu einer zutiefst geschlechtsspezifischen Lesart der Familien-/Machtstruktur der niederländischen Elite und ihrer Unternehmen, insbesondere der VOC oder der Niederländischen Ostindien-Kompanie.
In den Vereinigten Provinzen findet sie das erste Beispiel für die Machtstruktur, die die Übergangsstaaten des frühneuzeitlichen Europas dominieren sollte - den Familienstaat. Typisch für diese Organisationsstruktur sind ihrer Ansicht nach die politische Herrschaft des Vaters und vielfältige Absprachen zwischen den Familienoberhäuptern.