Bewertung:

Das Buch bietet eine wissenschaftliche Untersuchung des Schamanismus im Zusammenhang mit der präkolumbianischen Kunst in Mesoamerika und den Anden und gewährt Einblicke in die visionären Erfahrungen, die mit diesem kulturellen Phänomen verbunden sind. Obwohl das Buch gut recherchiert und aufschlussreich ist, stellt die Gestaltung den Leser vor Herausforderungen bei der Navigation durch die Verweise auf Kunstwerke.
Vorteile:⬤ Sehr wissenschaftlich und gut recherchiert
⬤ bietet zahlreiche Beispiele für Kunst
⬤ untersucht die Verbindung zwischen Schamanismus und Kunst
⬤ stellt eine einzigartige kulturelle Perspektive vor.
⬤ Schlechtes Design mit schwierigem Seitenlayout
⬤ Schwierigkeiten bei der visuellen Referenzierung der besprochenen Kunstwerke
⬤ große Seitenränder machen die Navigation umständlich
⬤ fehlende Kapitelnummern in den Fußzeilen erschweren das Auffinden der referenzierten Abbildungen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
The Jaguar Within: Shamanic Trance in Ancient Central and South American Art
Der Jaguar im Innern ist eine wichtige neue Sichtweise auf die prähistorische Kunst Amerikas und zeigt, dass das Verständnis der Verbindung eines Kunstwerks mit der schamanischen Trance zu einer Wertschätzung des Werks als äußerst kreative Lösung für die inhärente Herausforderung führen kann, nicht-materiellen Realitäten und Seinszuständen eine materielle Form zu geben.
Schamanismus - die Praxis, sich in einen Trancezustand zu versetzen, um Visionen einer Realität jenseits des Gewöhnlichen zu erleben und esoterisches Wissen zu erlangen - ist seit prähistorischen Zeiten bis in die Gegenwart ein wichtiger Bestandteil des Lebens der indigenen Gesellschaften in ganz Amerika gewesen. Sowohl in der wissenschaftlichen als auch in der populären Literatur ist viel über den Schamanismus geschrieben worden, aber nur wenige Autoren haben ihn mit einem anderen wichtigen visuellen Bereich in Verbindung gebracht - der Kunst. In dieser bahnbrechenden Studie untersucht Rebecca R. Stone, wie die tiefe Vertrautheit mit und der tiefe Respekt vor den außergewöhnlichen visionären Erfahrungen des Schamanismus das künstlerische Schaffen der indigenen Kulturen in Mittel- und Südamerika vor den europäischen Invasionen des 16. Jahrhunderts nachhaltig beeinflusst haben.
Anhand von ethnografischen Berichten über schamanische Tranceerfahrungen definiert Stone eine Reihe von zentralen Merkmalen der Trancevision, darunter erweiterte Sinne, Ich-Auflösung, Körperverzerrungen, Flug-, Dreh- und Wellenempfindungen, Synästhesie und die physische Transformation vom menschlichen Selbst in tierische und andere Seinszustände. Stone geht dann diesen visionären Merkmalen in alten Kunstwerken aus Costa Rica und Peru nach. Sie legt überzeugend dar, dass diese Werke, insbesondere die der Moche, Schamanen in einem Trancezustand darstellen oder die Wahrnehmungserfahrung von Visionen vermitteln, indem sie absichtlich chaotische und verzerrte Konglomerate von partiellen, invertierten und inkohärenten Bildern schaffen.