Bewertung:

Das Buch „Islam Through Western Eyes“ (Der Islam in den Augen des Westens) stellt eine gut recherchierte Kritik an dem seit langem bestehenden islamfeindlichen Diskurs dar und zeichnet dessen historische Wurzeln vom ersten Kreuzzug bis zu modernen Interpretationen nach. Es zielt darauf ab, die weit verbreiteten Stereotypen über den Islam und die Muslime in Frage zu stellen, indem es argumentiert, dass historische Fehldarstellungen Jahrhunderte überdauert haben und weiterhin die heutigen Ansichten beeinflussen.
Vorteile:Das Buch wird als äußerst informativ, objektiv geschrieben und leicht zu lesen gelobt. Es dekonstruiert effektiv bigotte Ansichten über den Islam, bietet eine überzeugende Analyse der Entstehung des Anti-Islam-Diskurses und liefert einen historischen Kontext für die Darstellung von Muslimen im Laufe der Geschichte.
Nachteile:Einige Leser bemängelten Fehlinformationen und einen Mangel an Auseinandersetzung mit modernen Argumenten. Das Buch befasst sich zwar mit historischen Erzählungen, geht aber zu wenig auf die aktuellen Realitäten ein. Kritiker bemängeln, dass es komplexe Sachverhalte zu sehr vereinfacht und sich nicht ausreichend mit den herausfordernden Perspektiven anerkannter Wissenschaftler zu diesem Thema auseinandersetzt.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Islam Through Western Eyes: From the Crusades to the War on Terrorism
Trotz des wachsenden Engagements des Westens in muslimischen Gesellschaften, Konflikten und Kulturen bedroht seine Unfähigkeit, die islamische Welt zu verstehen oder zu analysieren, jede Aussicht auf eine Ost-West-Annäherung. Geprägt von tausendjährigen antimuslimischen Ideen und Bildern ist es dem Westen nicht gelungen, sich auf irgendeine sinnvolle oder produktive Weise mit der Welt des Islam auseinanderzusetzen. Dieser anti-islamische Diskurs, der in den mittelalterlichen Hallen der römischen Kurie und an den Höfen der europäischen Kreuzfahrer formuliert und in den Nachrichtenredaktionen von Fox News und CNN perfektioniert wurde, bestimmt, was über Muslime und ihre Religion gesagt werden kann und was nicht.
In Islam Through Western Eyes packt Jonathan Lyons die westlichen Denk- und Schreibgewohnheiten über den Islam aus und führt eine sorgfältige Analyse der großen totalisierenden Erzählung des Westens über tausend Jahre Geschichte durch. Er beobachtet die zersetzenden Auswirkungen dieses Diskurses auf die Sozialwissenschaften, einschließlich Soziologie, Politik, Philosophie, Theologie, internationale Beziehungen, Sicherheitsstudien und Menschenrechtsforschung. Er verfolgt den Einfluss dieses Diskurses auf Forschung, Reden, politische Strategien und Regierungspolitik, der den Westen daran hindert, wirksam auf die wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu reagieren: den Aufstieg der islamischen Macht, das Aufkommen religiöser Gewalt und die wachsende Spannung zwischen etablierten sozialen Werten und multikulturellen Rechten unter muslimischen Einwanderern.
Anhand der intellektuellen "Archäologie" von Michel Foucault zeigt Lyons die Funktionsweise dieses Diskurses und die ihm zugrunde liegenden Auswirkungen auf unser soziales, intellektuelles und politisches Leben auf. Anschließend geht er auf Themen ein, die für westliche Leser von großer Bedeutung sind - Islam und Moderne, Islam und Gewalt sowie Islam und Frauen - und schlägt neue Denkansätze für die Beziehung zwischen dem Westen und der islamischen Welt vor.