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Islamic State in Africa - The Emergence, Evolution, and Future of the Next Jihadist Battlefront
2019 verlor der Islamische Staat sein letztes verbliebenes Stückchen Territorium in Syrien, und sein Kalif Abu Bakr al-Baghdadi wurde getötet. Diese Rückschläge schienen die Totenglocke für das Kalifat zu läuten, und viele prognostizieren nun seinen baldigen Untergang.
Doch die ihm angeschlossenen Gruppen bestehen weiter, vor allem in Afrika: Fast alle Zellen des Islamischen Staates auf dem Kontinent haben ihre Zugehörigkeit bekräftigt, die Anschläge in seinem Namen wurden fortgesetzt, viele Gruppen wurden neu gestärkt, und eine neue Provinz ist entstanden. Warum hatten die beiden großen Rückschläge des Jahres 2019 in Afrika so wenig Einfluss auf die Unterstützung des Islamischen Staates? Der Islamische Staat in Afrika schlägt vor, dass dieses Rätsel durch die Entstehung und Entwicklung der Provinzen des Islamischen Staates in Afrika erklärt werden kann, die er als „souveräne Untergebene“ bezeichnet.
Durch die Untersuchung des Aufstiegs und der Entwicklung von acht „Zellen“ des Islamischen Staates zeigen die Autoren, wie sich die Zellen, nachdem sie der IS-Zentrale die Treue geschworen hatten, größtenteils autonom entwickelten, wobei sie die Marke IS als Mittel zum Machtzuwachs nutzten, aber in der Praxis relativ wenig oder gar keine Anweisungen oder materielle Unterstützung von der zentralen Führung erhielten. Angesichts dieses Musters hat der relative Niedergang der IS-Zentrale kaum Auswirkungen auf die afrikanischen Mitgliedsorganisationen, die sich wahrscheinlich auch in absehbarer Zukunft für die Sache des Kalifats einsetzen werden.