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Young Foucault: The Lille Manuscripts on Psychopathology, Phenomenology, and Anthropology, 1952-1955
In den 1950er Jahren, lange vor seinem Aufstieg zu internationalem Ruhm, veröffentlichte Michel Foucault nur wenige Werke.
Seine frühen Schriften über Psychologie, Psychopathologie und Anthropologie wurden als unreif abgetan. Kürzlich entdeckte Manuskripte aus der Mitte der 1950er Jahre, als Foucault als Dozent an der Universität Lille tätig war, zeugen jedoch von der Bedeutung der Arbeit, die der Philosoph in den Jahren vor seinem "archäologischen" Projekt "Geschichte des Wahnsinns" leistete.
Elisabetta Basso bietet eine bahnbrechende und tiefgreifende Analyse von Foucaults Lille-Manuskripten, die ein neues Licht auf die Ursprünge seines philosophischen Projekts wirft. Sie betrachtet den erkenntnistheoretischen Stil und die Methodik dieser Schriften sowie ihren philosophischen Kontext und die wissenschaftlichen Netzwerke, in denen Foucault aktiv war, und stellt seine Beziehung zur existentiellen Psychiatrie in den Vordergrund. Der junge Foucault verwischt die Grenzen zwischen Biografie und Theorie, indem er die Veränderungen - und manchmal auch Widersprüche - erforscht, die den intellektuellen Werdegang eines Philosophen kennzeichnen, der sich, wie Foucault selbst sagte, "der Psychologie zuwandte und von der Psychologie zur Geschichte".
Indem er die ersten Schritte der intellektuellen Reise des Philosophen zurückverfolgt, zeigt Basso, wie Foucaults frühe Schriften wichtige Einblicke in seine archäologische Arbeit der 1960er Jahre liefern. Durch die Zusammenstellung einer Vielzahl von Archivquellen - darunter Manuskripte, Lesemitschriften, Notizen zu Vorträgen und Konferenzen sowie Korrespondenz - entwickelt dieses Buch ein neues und tieferes Verständnis von Foucaults Werk.