
The Struggle for Natural Resources: Findings from Bolivian History
The Struggle for Natural Resources zeichnet die bewegte Geschichte der Land- und Rohstoffkonflikte in Bolivien über fünf Jahrhunderte hinweg nach und verbindet dabei lokale, regionale, nationale und transnationale Ebenen. Angereichert durch die Ansätze des Extraktivismus und der Rohstoffgrenzen in der Weltgeschichte, behandelt das Buch Boliviens politische Kämpfe um natürliche Ressourcen als langfristige Prozesse, die die unmittelbaren politischen Ereignisse überdauern.
Die Erforschung des bolivianischen Falles lädt zum Dialog und zum Vergleich mit anderen Teilen der Welt ein, insbesondere mit Regionen und Ländern des so genannten Globalen Südens. Das Buch beginnt mit der Untersuchung von drei bolivianischen Ressourcen, die seit der frühen Kolonialzeit im Mittelpunkt politischer Auseinandersetzungen standen: Land, Wasser und Mineralien. Carmen Soliz, Rossana Barragn und Sarah Hines zeigen, dass diese Ressourcen, wie schon in der kolonialen und frühen republikanischen Vergangenheit, bis heute im Mittelpunkt politischer Auseinandersetzungen stehen.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich der Kampf um die natürlichen Ressourcen in Bolivien vor allem auf das Hochland und die Täler der Anden.
Ab den 1860er Jahren löste die Fahrrad- und bald auch die Automobilindustrie die Nachfrage nach Naturkautschuk aus, der im Herzen des Amazonasgebietes gefunden wurde. Jos Orsag analysiert die Auswirkungen dieser extraktiven Wirtschaft an der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert. Das Buch schließt mit einer Untersuchung zweier Ressourcen, die für das Verständnis des letzten Jahrhunderts der bolivianischen Geschichte von zentraler Bedeutung sind.
Kevin Young untersucht das heikle Geschäft mit den Kohlenwasserstoffen, und Thomas Grisaffi analysiert den Koka/Kokain-Kreislauf. Jedes Kapitel befasst sich mit der sozialen Dynamik und den politischen Konflikten, die die Prozesse der Gewinnung, des Austauschs und des Eigentums an diesen Ressourcen geprägt haben.