Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 14 Stimmen.
The Capacity Contract: Intellectual Disability and the Question of Citizenship
In der ersten nachhaltigen Untersuchung von Behinderung durch die Linse der politischen Theorie zeigt The Capacity Contract, wie der Ausschluss von Menschen mit Behinderung die demokratische Politik geprägt hat. Stacy Clifford Simplican zeigt, wie Behinderung die auf Ethnie, Geschlecht und Gender basierenden Herrschaftssysteme untermauert. Sie zeigt auf, wie Demokratietheorie und -politik lange Zeit alle Menschen, deren kognitive Fähigkeiten unter einem bestimmten Schwellenwert liegen, von der politischen Teilhabe ausgeschlossen haben - eine Marginalisierung, die heute reale Auswirkungen auf die Umsetzung von Behindertenrechten hat.
Simplicans überzeugende ethnografische Analyse der Selbsthilfebewegung beschreibt die Hindernisse, mit denen sie konfrontiert ist. Nach außen hin muss sich die Bewegung mit rigorosen Haushaltskürzungen und schwindenden Mitgliederzahlen auseinandersetzen; nach innen hin müssen Selbstvertreter Wege finden, um politisches Ansehen zu erlangen, ohne die tief verwurzelte Stigmatisierung von Menschen mit schweren kognitiven Behinderungen zu verstärken. Doch Simplicans Untersuchung bietet Demokratietheoretikern und Behindertenaktivisten auch eine emanzipatorischere Vision von Demokratie in Bezug auf Behinderung, die sich darauf konzentriert, Menschen in die Lage zu versetzen, sich öffentlich und spontan zu engagieren, um Ausgrenzung und Stigmatisierung zu durchbrechen.
Der Kapazitätsvertrag nimmt die demokratischen Versprechen von Gleichheit und Inklusion ernst und lehnt Vorstellungen von politischer Bürgerschaft ab, die kognitive Fähigkeiten privilegieren, und stellt stattdessen eine solche Bürgerschaft in den Mittelpunkt von Maßnahmen, die allen Menschen zugänglich sind.