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The Body Royal: The Social Poetics of Kingship in Ancient Israel
Der vorliegende Band versucht, den zugrundeliegenden Bedeutungskodex über den israelitischen König zu identifizieren, der auf verschiedene Weise in Texten und anderen Artefakten, die von der Kultur überlebt haben, zum Tragen kommt.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem (lebendigen) Körper des Königs, seinen anatomischen Merkmalen, seiner rituellen Konstitution und den Konventionen über seine angemessene Selbstdarstellung durch den König. Diese Studie verbindet eine sorgfältige linguistische und historisch-kritische Analyse der betrachteten Texte (sowohl der biblischen als auch der altorientalischen, wobei letztere, wo es angebracht ist, vergleichend herangezogen werden) mit einer kritischen Nutzung zeitgenössischer Ansätze zur Untersuchung von Zeichen in Sprache, Objekten und Bewegungen (Semiotik) im Allgemeinen und der Untersuchung des Körpers im Besonderen.
In diesem Buch wird argumentiert, dass die königlichen Psalmen eine Reihe von offiziell sanktionierten Vorstellungen über den königlichen Körper und seinen Gebrauch enthalten. Dem König wurde ein übergroßer, übermenschlicher Körper zugeschrieben, weil er der Sohn einer Gottheit war, ein Status, den er mit seiner Krönung erlangte. Andere Texte, die oft aus Kreisen außerhalb des königlichen Hofes stammten, änderten diese Vorstellungen erheblich.
Der Körper des Königs war also für die alten Israeliten der Ort der Reflexion über Macht, Geschlecht, Religion und sogar internationale Beziehungen. Durch eine sorgfältige historische Analyse ist es möglich, die Bedingungen einer eisenzeitlichen intellektuellen Untersuchung zu rekonstruieren, die noch immer unsere heutige Welt beeinflusst.