Bewertung:

Mary Anne Franks' „The Cult of the Constitution“ (Der Kult der Verfassung) bietet eine kritische Analyse der US-Verfassung und untersucht ihren historischen Kontext, ihre Relevanz und die Auswirkungen von Verfassungsauslegungen in der modernen Gesellschaft. Das Buch hebt sowohl die Stärken als auch die Schwächen der Verfassung hervor und plädiert für ihre Anpassungsfähigkeit und Relevanz im 21. Jahrhundert, während es gleichzeitig kritisiert, wie politische Voreingenommenheit ihre Auslegung verzerrt.
Vorteile:⬤ Zeitgemäße und relevante Analyse der Verfassung
⬤ gut recherchiert, insbesondere in den Kapiteln über den 2. Verfassungszusatz
⬤ wortgewandt und verständlich geschrieben
⬤ regt zum kritischen Nachdenken über Verfassungsrechte an
⬤ bietet eine ausgewogene Perspektive auf Verfassungsauslegungen
⬤ beleuchtet Fragen der Gleichberechtigung und den historischen Kontext der Verfassung
⬤ empfohlen für alle Leser, die an modernen Verfassungsdiskussionen interessiert sind.
⬤ Einige Leser mögen Franks' Kritik an den Gründervätern und den Ursprüngen der Verfassung kontrovers finden
⬤ bestimmte Bereiche, wie die Milizen im 2. Verfassungszusatz, könnten gründlicher behandelt werden
⬤ einige Leser fanden ihre Schlussfolgerungen oder ihre politische Haltung polarisierend
⬤ nicht alle mögen mit ihren Ansichten zur Verfassungsauslegung versus Originalismus übereinstimmen.
(basierend auf 40 Leserbewertungen)
The Cult of the Constitution
In diesem kontroversen und provokanten Buch untersucht Mary Anne Franks den schmalen Grat zwischen Verfassungstreue und Verfassungsfundamentalismus. The Cult of the Constitution zeigt, wie tiefgreifende fundamentalistische Strömungen im konservativen und liberalen amerikanischen Denken die Verfassung in den Dienst der weißen männlichen Vorherrschaft stellen.
Verfassungsfundamentalisten lesen die Verfassung selektiv und selbstsüchtig. Fundamentalistische Auslegungen der Verfassung stellen bestimmte Verfassungsrechte über alle anderen, begünstigen die mächtigsten Mitglieder der Gesellschaft und untergraben die Integrität des Dokuments als Ganzes. Der konservative Fetisch für den zweiten Verfassungszusatz (der von Gruppen wie der NRA durchgesetzt wird) ist ein offensichtliches Beispiel für Verfassungsfundamentalismus; der liberale Fetisch für den ersten Verfassungszusatz (der von Gruppen wie der ACLU durchgesetzt wird) ist weniger offensichtlich, aber nicht weniger einflussreich. Wirtschaftlicher und bürgerlicher Libertarismus haben sich zunehmend zu einem deregulierenden, "marktwirtschaftlichen" Ansatz in Bezug auf die verfassungsmäßigen Rechte verschmolzen, der in der Idealisierung des Internets seinen stärksten Ausdruck findet. Die Anbetung von Waffen, Sprache und Internet im Namen der Verfassung hat die Grenzen zwischen Verhalten und Sprache sowie zwischen Verehrung und Gewalt verwischt.
Doch die Verfassung selbst enthält das Gegenmittel zum Fundamentalismus. The Cult of the Constitution legt die dunklen, antidemokratischen Folgen des Verfassungsfundamentalismus offen und fordert die Leser auf, die Verfassung ernst zu nehmen und nicht nur selektiv.