Bewertung:

Die Rezensionen spiegeln eine Mischung aus positiven Gefühlen über die Zugänglichkeit des Buches, seinen informativen Charakter und seine aktuelle Relevanz für internationale Angelegenheiten wider, insbesondere im Hinblick auf Mahmoud Abbas und den israelisch-palästinensischen Konflikt. Allerdings gibt es auch bemerkenswerte Kritik an der Voreingenommenheit der Autoren, an der mangelnden Tiefe des historischen Kontextes und an den Bedenken hinsichtlich des Titels und der Darstellung der palästinensischen Existenz nach Abbas.
Vorteile:⬤ Zugänglicher und fesselnder Schreibstil, der die komplexe Materie leicht lesbar macht.
⬤ Bietet wertvolle Einblicke in die Rolle von Mahmoud Abbas im Friedensprozess.
⬤ Zeitgemäß und relevant für das aktuelle internationale Geschehen.
⬤ Reich an Geschichten und Analysen, die das Verständnis für die palästinensische Politik fördern.
⬤ Der Titel wird als unglücklich und irreführend in Bezug auf die Zukunft der Palästinenser angesehen.
⬤ Einige Rezensenten waren der Meinung, dass die Autoren voreingenommen sind, insbesondere in ihrer Darstellung von Abbas.
⬤ Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Quellen und der Darstellung der historischen Fakten.
⬤ Das Buch ist möglicherweise nicht für diejenigen geeignet, die mit dem komplexen historischen Kontext nicht vertraut sind.
(basierend auf 11 Leserbewertungen)
The Last Palestinian: The Rise and Reign of Mahmoud Abbas
Mahmoud Abbas wurde als führender palästinensischer Unterhändler bekannt, wurde zum Führer seines Landes und scheiterte dann tragischerweise bei der Aushandlung eines Friedensabkommens. Dies ist das erste Buch in englischer Sprache, das sich mit einem der wichtigsten Fixpunkte des israelisch-palästinensischen Konflikts befasst.
Auf der Grundlage von Interviews mit Schlüsselfiguren in Ramallah, Jerusalem und Washington wird eine faszinierende Geschichte erzählt, die sowohl für erfahrene Beobachter des Konflikts als auch für Leser, die sich mit der israelisch-palästinensischen Geschichte nicht auskennen, von Interesse sein wird. Die Autoren, einer von ihnen wissenschaftlicher Mitarbeiter eines überparteilichen Washingtoner Think Tanks, der andere preisgekrönter diplomatischer Korrespondent der größten israelischen Nachrichten-Website, erzählen die Insider-Geschichte von Abbas' komplizierten, jahrzehntelangen Beziehungen zu Amerika, Israel und seinem eigenen Volk. Sie schildern sein Aufwachsen in Galiläa, die Flucht seiner Familie vor dem israelisch-arabischen Krieg 1948 und seine Ausbildung im Ausland.
Sie schildern seinen Aufstieg als zentraler Akteur im Osloer Friedensprozess der 1990er Jahre und seinen erfolglosen Versuch, eine gewaltfreie Alternative zur Zweiten Intifada anzubieten. Besonderes Augenmerk legen die Autoren auf die entscheidenden Jahre von 2005 bis 2014 und gehen dabei Fragen nach wie: Wie konnte Abbas die Kontrolle über die Hälfte seines Regierungsgebiets und die Unterstützung von mehr als der Hälfte seines Volkes verlieren? Warum war Abbas der prominenteste palästinensische Führer, der den Terrorismus anprangerte?
Warum hat Abbas 2008 und 2014 zweimal Friedensangebote von Israel und den USA ausgeschlagen? Und wie wurde er vom ersten Staatsoberhaupt der Welt, das einen Anruf von Präsident Obama erhielt, zu einer Person, die schließlich das Vertrauen des amerikanischen Präsidenten verlor? Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Abbas höchstwahrscheinlich als tragische Figur beurteilt werden wird, und betonen, dass ein Großteil seiner historischen Bedeutung vom Zustand des Friedensprozesses nach seinem Tod abhängen wird. Erst die Zukunft wird zeigen, welche der sich herausbildenden palästinensischen Denkschulen sich durchsetzen und wie sie den israelisch-palästinensischen Konflikt beeinflussen werden.