Bewertung:

In den Rezensionen des Buches werden der gute Schreibstil und die aufschlussreiche Analyse der Mandschu-Ethnie während der Qing-Dynastie hervorgehoben. Die Leser schätzen die gründliche Recherche und die Bedeutung des Verständnisses von Chinas komplexer Geschichte. Einige Rezensenten sind jedoch der Meinung, dass das Buch von zusätzlichen vergleichenden Analysen und Diskussionen zu bestimmten Themen hätte profitieren können.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und interessant
⬤ sehr empfehlenswert für alle, die sich für Mandschu-Studien, Geschichte und Anthropologie interessieren
⬤ bietet eine überzeugende Analyse auf der Grundlage von Originalrecherchen
⬤ hebt die Bedeutung der Mandschu-Ethnizität und des Bannersystems hervor
⬤ vertieft das Verständnis für Chinas historischen Kontext.
⬤ Verpasste Gelegenheiten für eine vergleichende Analyse mit anderen historischen Systemen
⬤ fehlende Diskussion über die pragmatische Bedeutung traditioneller Fertigkeiten wie der Reitkunst
⬤ einige Kontroversen über Beschreibungen der Alphabetisierung und der Fähigkeiten der Mandschus.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
The Manchu Way: The Eight Banners and Ethnic Identity in Late Imperial China
Im Jahr 1644 stürzten die Mandschus, ein relativ unbekanntes Volk, das an der rauen nordöstlichen Grenze Chinas lebte, die Ming, die mächtigsten Herrscher Asiens, und errichteten die Qing-Dynastie, die bis 1912 Bestand hatte. Aus diesem Ereignis ergibt sich eines der großen Rätsel der chinesischen Geschichte: Wie konnte ein kaum alphabetisiertes fremdes Volk fast 300 Jahre lang die Macht über eine hochkultivierte, zahlenmäßig weit überlegene Bevölkerung behalten? Dieses Problem fasziniert Gelehrte seit fast einem Jahrhundert, aber bisher hat sich noch niemand dieser Frage aus der Sicht der Mandschu genähert.
Dieses Buch, das erste in einer beliebigen Sprache, das sich hauptsächlich auf Mandschu-Dokumente stützt, liefert eine radikal neue Perspektive auf die Entstehungszeit der modernen chinesischen Nation. Der Autor stützt sich auf neuere kritische Konzepte der ethnischen Zugehörigkeit und untersucht die Entwicklung der "Acht Banner", eines einzigartigen mandschurischen Systems der sozialen und militärischen Organisation, das bei der Eroberung der Ming entscheidend war.
Der Autor argumentiert, dass sich die Mandschu-Eroberer als Herrscher Chinas wie konfuzianische Monarchen verhalten mussten, dass sie aber als Nicht-Han-Minderheit auch anderen, komplexeren Überlegungen ausgesetzt waren. Ihre Macht beruhte nicht nur auf der Akzeptanz orthodoxer chinesischer Legitimitätsvorstellungen, sondern auch auf der "ethnischen Souveränität" der Mandschu, die von der anhaltenden Kohärenz der Eroberer abhing, so der Autor.
Als diese Kohärenz in den frühen 1700er Jahren durch eine rasche Akkulturation und den drohenden Verlust der mandschurischen Besonderheit bedroht war, drängte der stets verunsicherte Qing-Hof seine Untergebenen verzweifelt dazu, die Traditionen eines idealisierten "Mandschu-Weges" aufrechtzuerhalten. Der Autor zeigt jedoch, dass nicht dieser Appell, sondern die Artikulation einer breiteren, in der Realität des Lebens der Acht Banner verankerten Identität die ethnische Zugehörigkeit der Mandschu und damit die Qing-Dynastie bis ins zwanzigste Jahrhundert bewahrte.