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The Man of the People: Political Dissent and the Making of the American Presidency
Die Wahl Donald Trumps hat die Vereinigten Staaten gezwungen, sich nicht nur mit der politischen Macht der Präsidentschaft auseinanderzusetzen, sondern auch damit, wie er und seine Anhänger das Amt genutzt haben, um ihre gemeinsame Vision von Amerika voranzutreiben: eine Vision, die erklärtermaßen nationalistisch ist und reuelos in Nativismus und weißer Vorherrschaft wurzelt. Es mag einfach sein, diese dunkle Vision und die immense Macht der Präsidentschaft, sie widerzuspiegeln und zu verstärken, dem einzigartigen Charakter eines bestimmten Präsidenten zuzuschreiben - aber das zu tun, so sagt uns dieses Buch, hieße, die entscheidende Rolle zu ignorieren, die die amerikanische Öffentlichkeit dabei spielte, den Präsidenten in den ersten Jahrzehnten der Nation zum "Mann des Volkes" zu machen.
Beginnend mit der öffentlichen Debatte über die Ratifizierung der Verfassung im Jahr 1787 und endend mit Andrew Jacksons umstrittener Präsidentschaft zeichnet Nathaniel C. Green die Ursprünge unserer Vorstellung vom Präsidenten als dem ultimativen Amerikaner nach: dem Vorbild unserer kollektiven nationalen Werte, Moral und "Charakter". Die öffentlichen Meinungsverschiedenheiten über die Präsidentschaft in diesen frühen Jahren, so behauptet er, schmiedeten das Amt zu einem unvergleichlichen Symbol eines aufkommenden amerikanischen Nationalismus, der weiße Amerikaner als Andersdenkende darstellte - Freiheitsliebende, die bereit waren, gegen Tyrannei in all ihren Formen zu mobilisieren, von fremden Regierungen bis hin zu schwarzen "Feinden" und indianischen "Wilden" -, auch wenn sie eine parteipolitische Spaltung schürten, die das Versprechen der Einheit, das die Präsidentschaft symbolisierte, widerlegte. Anhand von Zeugnissen aus privaten Briefen, Tagebüchern, Zeitungen und Rechnungen dokumentiert Green die Herausbildung der beunruhigenden nationalistischen Vision, die der Präsidentschaft ihre symbolische Macht verliehen hat.
Dieses Argument bezieht sich auf eine andere Zeit als unsere eigene. Und doch zeigt sie, wie diese Zeit, die so oft als mythische "Gründerzeit" verehrt wird, von der Amerika sich rapide entfernt hat, in Wirklichkeit die Geburtsstätte des präsidentenzentrierten Nationalismus war, der bis heute die Konturen der Politik bestimmt. Die Lehren aus Der Mann des Volkes stehen im Zusammenhang mit den politischen Turbulenzen, die die Präsidentschaft heute umgeben. Niemals in der modernen US-Geschichte waren diese Lektionen dringender nötig.