Bewertung:

Der Mann in der Arena von Rodger McDaniel ist eine fesselnde Biografie des US-Senators Gale McGee, in der seine bedeutende Rolle während der turbulenten 1960er und 70er Jahre ausführlich beschrieben wird. Das Buch befasst sich nicht nur mit McGees Leben, sondern auch mit den wichtigsten historischen Ereignissen dieser Zeit, darunter der Vietnamkrieg und die Bürgerrechtsbewegung.
Vorteile:⬤ Gut geschriebene und fesselnde Erzählung
⬤ aufschlussreiche Erforschung wichtiger historischer Ereignisse
⬤ nahtlose Gliederung
⬤ fängt die Essenz von Gale McGees Einfluss ein
⬤ persönliche und zugängliche Erzählung
⬤ umfassende Recherche und interessante Fotos.
Einige Leser könnten die Konzentration auf McGees liberales Etikett als überholt empfinden; begrenzte Anziehungskraft für diejenigen, die sich nicht für die amerikanische politische Geschichte interessieren.
(basierend auf 12 Leserbewertungen)
The Man in the Arena: The Life and Times of U.S. Senator Gale McGee
Es gab eine Zeit, in der in Wyoming und anderen Staaten der Rocky Mountains und des Mittleren Westens die Wahrscheinlichkeit, einen liberalen Demokraten in den Kongress zu wählen, ebenso hoch war wie die eines konservativen Republikaners. Gale McGee (1915-92) wurde 1958, auf dem Höhepunkt des amerikanischen Liberalismus, in den US-Senat gewählt. Er verkörperte das, was Teddy Roosevelt "den Mann in der Arena" nannte, und war maßgeblich an der Entwicklung der amerikanischen Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sowie an fast allen legislativen Meilensteinen der US-Geschichte von den 1950er Jahren bis 1980 beteiligt. McGees Karrieren als Akademiker, Senator und Botschafter umspannten den Zweiten Weltkrieg, die Rote Angst, den Korea- und Vietnamkrieg und den aktivistischen Kongress der 1960er Jahre. Diese elegant konzipierte Biografie eines Liberalen aus dem konservativen, ländlichen Wyoming bietet dem Leser einen Einblick in die prägenden politischen Veränderungen des zwanzigsten Jahrhunderts.
Der nationale liberale Konsens der 1960er Jahre, an dem McGee maßgeblich beteiligt war, bescherte der Nation die soziale Sicherheit, Medicare, Medicaid, den Mindestlohn und das Recht auf Tarifverhandlungen sowie wegweisende Bürgerrechts- und Umweltreformen. Dieser Konsens endete Mitte der 1970er Jahre, als McGees Liberalismus nicht mehr willkommen war, um den Gleichheitsstaat zu vertreten.
Rodger McDaniel befasst sich nicht nur mit seiner Biografie, sondern auch mit dem bedeutenden Wandel in der Regierung und zeigt auf, wie die Bezeichnung "liberal" zum Beinamen eines Kandidaten wurde, als das weit verbreitete Misstrauen gegenüber der Regierung einen Schatten auf die vielen Vorteile warf, die der alte liberale Konsens mit sich brachte. McDaniels Einblicke in die Vergangenheit sowie McGees Erfahrungen in der Arena werfen ein unerwartetes Licht auf den gegenwärtigen Zustand der amerikanischen Politik und Regierung.